Heute ist der 21.05.2026 und wir blicken auf die aktuelle Lage unserer Bienenpopulationen in Niederösterreich. Honigbienen, diese kleinen Fleißigen, liefern je nach Region unterschiedlich viel Honig. Während im Weinviertel bis zu 50 Kilogramm pro Bienenvolk möglich sind, gibt es im Waldviertel in diesem Jahr keinen Blütenhonig – und das hat mit den kalten Temperaturen zu tun. Im Mostviertel hingegen sind es im Schnitt 25 bis 35 Kilogramm. Ein bisschen schade, dass die Natur manchmal so unberechenbar ist!

Doch die Herausforderungen, die unsere fleißigen Bestäuber zu meistern haben, sind vielschichtiger. Der Klimawandel und der Verlust an Blüten durch versiegelte Flächen und Monokulturen setzen den Wildbienenarten in Niederösterreich zu. Rund 700 Wildbienenarten kämpfen hier ums Überleben, und ihre Lebensräume werden durch monotone Agrarflächen und den Einsatz von Pestiziden stark bedroht. Imker Josef Niklas bringt es auf den Punkt: Die Landschaft für alle Bestäuber ist ärmer geworden. Das ist nicht nur traurig, sondern auch alarmierend, denn die Biodiversitätskrise betrifft uns alle.

Die Rolle der Bienen im Ökosystem

Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten sind essenziell für die Bestäubung von Pflanzen. Ihre Arbeit sichert nicht nur die Nahrungsversorgung für uns Menschen, sondern auch die Vielfalt der Pflanzenwelt. Aber wie sieht es mit der biologischen Vielfalt allgemein aus? Der Rückgang der Insektenpopulationen ist auf viele Faktoren zurückzuführen: Versiegelung und Bebauung, Schadstoffeintrag in Luft, Böden und Gewässer, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Lichtverschmutzung und, nicht zu vergessen, die Klimakrise. Veränderungen in der Agrarlandschaft führen dazu, dass viele Insekten, einschließlich unserer Bienen, in ihren Lebensräumen eingeschränkt werden.

In Niederösterreich gibt es etwa 5.000 Imker mit 40.000 bis 60.000 Bienenvölkern, die oft im Nebenerwerb oder als Hobby aktiv sind. Initiativen wie „No Mow May“ und die Zusammenarbeit des niederösterreichischen Imkerverbands mit Gärtnereien sollen helfen, die Bienenpopulation zu unterstützen. Mehr heimische Blühpflanzen, wilde Ecken und weniger gepflegte Gärten könnten das Nahrungsangebot für Bienen sichern. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die biologische Vielfalt zu stärken und geeignete Lebensräume für Insekten zu schaffen.

Initiativen zum Schutz der Biodiversität

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) setzt sich ebenfalls für den Schutz der biologischen Vielfalt im Agrarraum ein. Mit einer jährlichen Investition von rund drei Millionen Euro in Projekte zur Erhaltung der Biodiversität wird die Grundlage für eine nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung gelegt. Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wurde 2007 beschlossen und wird 2024 zur NBS 2030 weiterentwickelt. Diese Strategie enthält Ziele und Maßnahmen, die darauf abzielen, die Biodiversität zu schützen und nachhaltig zu nutzen.

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Ein weiterer interessanter Aspekt ist der ökologische Landbau. Dieser fördert Vielfalt auf Feldern, indem er ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auskommt. Die Bio-Strategie 2030 hat das Ziel, bis 2030 30% der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch zu bewirtschaften. Es zeigt sich, dass ökologischer Landbau höhere Artenzahlen im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft aufweist. Zudem werden Projekte zur bestäuberfreundlichen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen unterstützt, um die Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten zu verbessern.

Die Honigernte endet übrigens Anfang August, und dann werden die Winterbienen geboren, um die Völker auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Es bleibt also spannend, wie sich die Bedingungen für unsere Bienen im Laufe der Zeit entwickeln werden. Wir alle sind gefragt, etwas zu tun – sei es durch die Schaffung von blühenden Oasen in unseren Gärten oder durch die Unterstützung von Initiativen, die sich für den Schutz der Bienen starkmachen. Und das ist doch ein schöner Gedanke für einen sonnigen Tag in Amstetten!