Hagel sammeln für die Wissenschaft: KIT ruft Baden-Württemberg zur Teilnahme auf
Heute ist der 22.07.2026 und der Himmel über Baden zeigt sich mal wieder von seiner unberechenbaren Seite. Das Wetter hat uns in letzter Zeit oft mit heftigen Gewittern und Hagelschlägen überrascht, und das ist nicht nur ein Naturschauspiel. Hinter diesen Wetterphänomenen steckt jede Menge Wissenschaft, und gerade in Baden-Württemberg wird jetzt ein ganz besonderer Aufruf an die Bevölkerung gerichtet. Wetterforscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) suchen nach großen Hagelkörnern, die mindestens die Größe eines Golfballs (ca. 4 cm) haben. Ihr Ziel? Die Hagelforschung voranzutreiben und die Vorhersage von Hagelereignissen sowie die Einschätzung von Schäden zu verbessern.
Die Wissenschaftler bitten darum, gefundene Hagelkörner einzeln zu verpacken und einzufrieren. Und wenn das erledigt ist, kann man die Sammlung per E-Mail an hagel@imktro.kit.edu melden. Das KIT-Team holt die Hagelkörner direkt bei den Einsendern ab. Dieser Aufruf gilt allerdings ausschließlich für Baden-Württemberg, aber die Relevanz von Hagelereignissen zieht sich durch ganz Deutschland. Meteorologen erwarten beispielsweise am 15. Juli 2023 schwere Gewitter im Süden und Südwesten, wo Hagelkörner sogar über fünf Zentimeter groß werden könnten. In Extremfällen können sie in Deutschland bis zu zehn Zentimeter Durchmesser erreichen – das ist schon eine ganz andere Hausnummer!
Die Gefahren des Hagels
Die Folgen solcher Hagelstürme können verheerend sein. Hagel kann Autos verbeulen, Ziegel zertrümmern und Straßen unter einer dicken Eisschicht begraben. Selbst kleine Hagelkörner, die nur 4 bis 5 cm messen, können bereits beträchtlichen Schaden anrichten. Die Schadenshöhe hängt natürlich von der Härte der Hagelkörner und den Windbedingungen ab. Ein vier Zentimeter großer Hagel hat beim Aufprall etwa 10 Joule Bewegungsenergie, aber bei einem sieben Zentimeter großen Hagel kann das auf 100 bis 120 Joule ansteigen. Solche Werte sind nicht zu unterschätzen!
Und während wir gerade über die Form und Größe von Hagelkörnern sprechen – das KIT führt 3D-Scans durch, um detaillierte 3D-Drucke für Laboruntersuchungen zu erstellen. Diese Scans helfen, die innere Zusammensetzung und strukturelle Vielfalt der Hagelkörner zu verstehen. Dabei zeigt sich, dass größere Hagelkörner in der Regel weniger kugelförmig sind und komplexere Oberflächen aufweisen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Fallgeschwindigkeit – die kann bis zu 162 km/h erreichen – sondern beeinflusst auch, wie sie schmelzen und vom Niederschlagsradar erfasst werden.
Warum das wichtig ist
Hagelereignisse sind nicht nur ein Thema für Wetterenthusiasten. Sie haben auch weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die menschliche Gesundheit und technische Infrastrukturen. Der Deutsche Wetterdienst arbeitet aktuell an einer umfassenden Darstellung der räumlichen Verteilung von Hagelereignissen in Deutschland. Langfristige Datensätze werden analysiert, um Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Hagelereignisse flächendeckend anzugeben. Das ist nicht nur für die Wissenschaft wichtig, sondern auch für die Menschen, die in betroffenen Gebieten leben.
Das European Severe Storms Laboratory (ESSL) in Österreich ist ebenfalls aktiv und untersucht schwere Wetterereignisse. Denn auch wenn Meteorologen heute Wetterlagen, die großen Hagel begünstigen, besser vorhersagen können als vor 20 Jahren, bleibt die genaue Größe und der genaue Trefferort von Hagelkörnern schwer vorherzusagen. Besonders in Norditalien gibt es ein höheres Risiko für großen Hagel – ein Fakt, der uns allen zu denken geben sollte.
In Anbetracht all dieser Informationen wird klar, dass das Sammeln und Melden von Hagelkörnern nicht nur ein lustiges Experiment für die Bürger ist, sondern auch einen echten wissenschaftlichen Beitrag leisten kann. Wer hätte gedacht, dass ein kleines Stück Eis so viele Geschichten erzählen kann?
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