Island, das Land der Geysire und Vulkane, hat nicht nur atemberaubende Landschaften zu bieten, sondern auch eine faszinierende Badekultur, die gerade erst die Aufmerksamkeit der UNESCO auf sich gezogen hat. Ja, richtig gehört! Die isländische Badekultur wurde im Dezember offiziell in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das ist ein großer Grund zur Freude, denn hier wird nicht nur Wellness großgeschrieben, sondern auch das soziale Miteinander steht im Vordergrund. Man trifft sich in den warmen Gewässern, um zu plaudern, zu entspannen und die Sorgen des Alltags für einen Moment hinter sich zu lassen.
Ein besonders beliebter Ort für diese Art der Entspannung ist der Freibad Vesturbæjarlaug in Reykjavik. Hier findet man den berühmten „heitur pottur“ (heißer Pott), wo die Wassertemperaturen zwischen 38 und 44 Grad Celsius liegen. Das ist nicht nur eine Wohltat für die Muskulatur, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für die Isländer. Berühmtheiten werden hier nicht besonders ernst genommen – alle sind gleich, und das ist wohl das Besondere an dieser Kultur. Gúðni Th. Jóhannesson, der ehemalige Staatspräsident, hat sogar betont, wie wichtig diese Schwimmbadkultur für die isländische Identität ist.
Vielfalt der Bäder
Island hat etwa 120 öffentliche, geothermal beheizte Freibäder, die alle mit Wasser aus natürlichen heißen Quellen gespeist werden. Damit bietet das Land eine große Vielfalt an Bademöglichkeiten. Wusstest du, dass die Blaue Lagune, die weltweit bekannt ist, nicht einmal ein typisches Beispiel für die isländische Badekultur darstellt? Sie verlangt hohe Preise und hat eine spezielle Wasserzusammensetzung, die nicht überall zu finden ist. Wer die isländische Lebensart in ihrer reinsten Form erleben möchte, sollte Orte wie Vök Bath in Egilsstaðir oder die neueste Attraktion, die Laugarás Lagoon im Süden, ausprobieren. Letztere hat Pools auf zwei Ebenen, Saunen und ein Restaurant, das regionale Zutaten verwendet. Das klingt doch nach einem perfekten Ausklang für einen aufregenden Tag!
Krossneslaug, ein abgelegener Badeort in den Westfjorden, ist ein weiteres Juwel. Hier wurde 1954 ein Schwimmbad direkt am Nordatlantikstrand erbaut. Die Öffnungszeiten von 8 bis 23 Uhr laden dazu ein, den Tag nach einem langen Ausflug in der Natur entspannt ausklingen zu lassen. Und dann gibt es noch das Highland Base Resort im Hochlandgebiet Kerlingarfjöll, wo man nicht nur in Hot Pots entspannen, sondern auch Hotelunterkünfte genießen kann – die Anreise dauert im Sommer allerdings einen halben Tag, was die Vorfreude nur noch steigert!
Gemeinschaft und Tradition
Was die Badekultur in Island so besonders macht, ist der soziale Aspekt. Das Baden fördert nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern auch die Interaktion zwischen Menschen. Familien, Jugendliche und Senioren kommen zusammen, um über die Bedeutung des Badens zu sprechen. Diese Tradition wird von Generation zu Generation weitergegeben, und schon die Kleinsten lernen, früh schwimmen zu gehen – oft ganz ohne Badebekleidung, denn das Duschen vor dem Baden ist eine Selbstverständlichkeit, die Hygiene großschreibt.
Die geothermischen Quellen, die in Island sprudeln, bieten einen weiteren Vorteil. Fast kostenloses warmes Wasser macht es den Gemeinden leicht, in Schwimmbäder zu investieren. Diese Investitionen werden von den Einwohnern hoch geschätzt, denn die Schwimmbadkultur ist ein fester Bestandteil des Alltags und fördert Inklusion, Respekt und Zusammenhalt. Ein Ort, an dem man einfach sein kann – das ist die isländische Badekultur, die jetzt einen Platz im Herzen der UNESCO hat.
Mehr Informationen zu diesem Thema findest du in einem Artikel von der FAZ und auf Polarkreisportal.