Heute ist der 16.05.2026 und in Baden wird die Bühne zur Heimat eines ganz besonderen Musicals – „Tootsie“. Diese Sommerproduktion ist eine Adaption des legendären Films von 1982 mit Dustin Hoffman, ein Klassiker, der für sein scharfes Gespür für Komik und Identität gefeiert wurde. Die Geschichte dreht sich um den arbeitslosen Schauspieler Michael Dorsey, der in der Not als Frau, genannt Dorothy Michaels, auftritt, um endlich die Anerkennung zu bekommen, nach der er so verzweifelt sucht.

Das Stück entfaltet sich inmitten der turbulenten Welt des Theaters, wo Michael Dorsey, verkleidet als Dorothy, in einer neuen Musicalproduktion von „Romeo & Julia“ zum Star aufsteigt. Mit einem chaotischen Doppelleben, das nicht nur seinen beruflichen, sondern auch seinen privaten Alltag auf den Kopf stellt, wird die Thematik von Identität und Liebe auf humorvolle Weise beleuchtet. Dabei verliebt sich Michael in seine Kollegin Julie, was die Situation nur noch komplizierter macht. Das Musical thematisiert Geschlechterrollen sowie die Selbstfindung seiner Protagonisten und ist gespickt mit witzigen und gesellschaftskritischen Momenten.

Die Darstellerriege

Auf der Bühne stehen talentierte Schauspieler, die jeder für sich eine wichtige Rolle spielen. Sebastian Brummer brilliert als Jeff Slater, Michael Dorseys bester Freund, während Clara Mills-Karzel als Julie Nichols eine zielstrebige Schauspielerin verkörpert. Franz Frickel gibt den Regisseur und Choreografen Ron Carlisle, und Marika Lichter brilliert in der Rolle der Produzentin Rita Marshall. Auch Clemens Otto Bauer als selbstverliebter Reality-Star Max van Horn und Missy May als Sandy Lester, die mit Selbstzweifeln kämpft, verleihen dem Stück eine besondere Note. Die Darsteller teilen persönliche Gedanken zu ihren Alter Egos, was die Aufführung noch authentischer macht.

Interessanterweise hat „Tootsie“ eine beachtliche Karriere hinter sich. Es feierte seine Premiere am 11. Oktober 2018 in Chicago und konnte am Broadway 318 Mal aufgeführt werden. Eine nationale Tournee in den USA folgte mit beeindruckenden 496 Aufführungen, und sogar in Buenos Aires wurde das Stück 412 Mal gespielt. Derzeit tourt das Musical durch Spanien und hat im Jahr 2022 im Staatstheater am Gärtnerplatz in München für Aufsehen gesorgt. In Bonn wurde die Inszenierung von „Tootsie“ am 26. Oktober 2025 in Kooperation mit München uraufgeführt und erfreut sich großer Beliebtheit – das Publikum ist bunt gemischt, von mittleren Alters bis hin zu älteren Kindern.

Kreative Umsetzung

Die Musik, die von David Yazbek stammt, kombiniert klassischen Broadway-Sound mit poppigen und jazzigen Einflüssen sowie Vaudeville-Elementen, was die Aufführung zu einem akustischen Erlebnis macht. Unter der musikalischen Leitung von Jürgen Grimm und der Regie von Gil Mehmert spielt ein 20-köpfiges Ensemble und sorgt für eine dynamische Show. Ein besonderes Highlight sind die nahtlosen Szenenwechsel dank einer Drehbühne und neu geschneiderter Kostüme, die das Publikum in die Welt des Musicals eintauchen lassen.

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„Tootsie“ wird bis zum 14. Mai 2026 aufgeführt und spricht Zuschauer aller Altersklassen an. Musicals, wie dieses, nutzen oft elektronische Verstärkung und werden in der Landessprache präsentiert, was sie zugänglicher macht als die Oper. Die Bonner Oper plant regelmäßig Musical-Produktionen, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Dabei ist die Inszenierung nicht nur eine Unterhaltung, sondern auch eine Reflexion über Geschlechterrollen und die Herausforderungen im Künstlermilieu.

Ein Blick auf die Theaterlandschaft zeigt, dass es nach wie vor wenig Hauptrollen für schwarze Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Frauen gibt. Das könnte sich vielleicht mit solchen Produktionen ändern, die durch ihre Vielfalt und die Darstellung unterschiedlicher Perspektiven das Publikum erreichen und zum Nachdenken anregen. So wird „Tootsie“ nicht nur als unterhaltsame Komödie geschätzt, sondern bietet auch Raum für kritische Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Themen.

Für weitere Informationen über „Tootsie“ und die Herausforderungen in der Theaterwelt, werfen Sie einen Blick auf die Studie über Hauptrollen im Theater.