Heute ist der 19.06.2026 und in Bruck an der Leitha dreht sich alles um eine ganz besondere Frucht – die Erdbeere. In Niederösterreich blühen die Selbsterntefelder und die Menschen strömen hin, um die frischen, roten Beeren direkt vom Strauch zu pflücken. Es ist ein Erlebnis, das Familien zusammenbringt und Kindern zeigt, wie das Obst wächst. Doch in letzter Zeit gibt es einige Herausforderungen, die die Betreiber dieser Felder ansprechen müssen. Zu viele Naschkatzen und einige Missbrauchsfälle machen den Bauern zu schaffen.

Auf den Feldern „Kaiblinger Erdbeeren“ in St. Pölten und „Piribauer Erdbeeren“ in Bad Erlach neigt sich die Saison in ein bis zwei Wochen dem Ende zu. Im Waldviertel hingegen dürfen die Selbstpflücker sich noch drei bis vier Wochen freuen, denn dort bleibt die Saison bei den „Wunderlich Erdbeeren“ noch etwas länger. Die Beliebtheit des Selberpflückens hat seit Mai 2023 deutlich zugenommen, was sich in steigenden Besucherzahlen niederschlägt. Barbara Ponath, Betreiberin eines Bio-Erdbeerfeldes in Haslau, berichtet von einem regelrechten Ansturm.

Eintrittspreise und Mindestabnahmen

Um dem übermäßigen Naschen entgegenzuwirken, haben einige Erdbeerbauern Maßnahmen ergriffen. So wird auf manchen Feldern ein Kilopreis vor dem Betreten erhoben. Auf dem Kaiblinger Erdbeerfeld gibt es eine Mindestabnahme von 500 Gramm, während auf dem Bio-Erdbeerfeld in Haslau sogar ein Kilogramm pro Person verlangt wird. Bei Piribauer Erdbeeren in Bad Erlach müssen Besucher sogar zwei Euro Eintritt zahlen und sind angehalten, Hosen zu tragen – eine Maßnahme, um Missbrauch zu verhindern.

Die Erdbeerernte ist für viele ein tolles Erlebnis, und das Naschen während des Pflückens ist auf vielen Feldern erlaubt. Dennoch berichten einige Betriebe von Besuchern, die zusätzlich Lebensmittel mitbringen und Picknicks veranstalten. Das verstößt gegen die gängigen Verhaltensregeln, die die Betreiber aufstellen, um die Qualität der Erdbeeren zu gewährleisten. Wenn man Erdbeeren richtig pflückt, sollte man die Früchte mit dem Stiel ernten und die Beere selbst nicht berühren. So bleiben Druckstellen und damit die Haltbarkeit der Erdbeeren gewahrt.

Die richtige Technik beim Pflücken

Erdbeerexpertin Pauline Wissbrock weist darauf hin, dass es wichtig ist, nur vollständig rote Erdbeeren zu pflücken, da diese nach der Ernte nicht nachreifen. Unreife Erdbeeren entwickeln nicht den gewünschten Geschmack oder das Aroma, und das wäre doch schade, oder? Besucher erhalten oft zugewiesene Reihen, um die reifen Früchte zu ernten. Es macht einfach mehr Spaß, die großen, saftigen Erdbeeren zu entdecken, als auf die kleinen grünen zu warten.

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Der Preis für selbst gepflückte Erdbeeren liegt auf dem Hof der Familie Wissbrock bei 7,50 Euro pro Kilogramm, was im Vergleich zum Preis für bereits geerntete Erdbeeren von 11 Euro pro Kilogramm ein echtes Schnäppchen ist. Die Preise auf anderen Höfen in der Region sind ähnlich. Natürlich – es gibt einen hohen Aufwand für den Betrieb eines Erdbeerfeldes, der zwei Jahre Vorbereitung erfordert. Die Ernte ist erst im dritten Jahr möglich, was zeigt, wie viel Arbeit und Geduld in diesen süßen Früchten steckt.

Insgesamt zeigen sich die Erdbeerbauern in Niederösterreich zufrieden mit der Saison, trotz Frostschäden und kleinerer Ernteausfälle. Die Saison war heuer zwar kürzer als in anderen Jahren, mit einem späteren Beginn und einem früheren Ende, aber die Freude beim Pflücken und Genießen der frischen Erdbeeren überwiegt. Wer jetzt noch auf die Felder geht, sollte sich beeilen – die Erntezeit neigt sich dem Ende zu, aber die Erinnerungen an das selbstständige Pflücken werden bleibend sein.

Für alle, die jetzt Lust auf Erdbeeren haben: Es empfiehlt sich, die Felder bald zu besuchen, um noch die letzten Beeren zu ernten und dabei etwas über den Anbau und die Pflege dieser köstlichen Früchte zu lernen. Ein Besuch im Erdbeerfeld ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen und die Natur zu genießen.

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