In den letzten Wochen gab es allerhand Aufregung um das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf, das im Bezirk Linz-Land entstehen soll. Die E-Control hat nun bestätigt, dass es keine Probleme für die Stromversorgung geben wird – auch nicht im Endausbau mit einer Leistung von bis zu 500 MW. Das ist eine wirklich beruhigende Nachricht, wenn man bedenkt, dass der aktuelle Stromverbrauch in Österreich zwischen 60 und 65 Terawattstunden (TWh) liegt. Bis 2030 könnte diese Zahl sogar auf 80 bis 90 TWh ansteigen. Da fragt man sich natürlich, wo all dieser Strom herkommen soll.

Im Kontext dieser Entwicklung ist es wichtig zu erwähnen, dass es für den Netzanschluss des Rechenzentrums zwei Ausbaustufen gibt: 150 MW und 500 MW, die in Oberösterreich realisiert werden können. Eines der großen Ziele der österreichischen Energiepolitik ist es, bis 2030 zu 100 Prozent auf Ökostrom zu setzen. Und laut E-Control ist dieses Ziel nicht gefährdet. Die Versorgung mit erneuerbarer Energie ist tatsächlich möglich, basierend auf den bestehenden Ausbauzielen für Ökostrom. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder?

Große Verbraucher und ihre Auswirkungen

Doch das Google-Rechenzentrum ist nicht der einzige große Verbraucher in der Region. Ein weiteres Beispiel ist der neue Elektro-Hochofen der voestalpine in Linz, der über 100 MW Leistung hat und zusammen mit einem zweiten Ofen in Donawitz eine Terawattstunde Strom pro Jahr verbraucht. In diesem Zusammenhang hat der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) aktuell Anfragen von 2.500 MW für Rechenzentren – das ist schon ein ganz schöner Batzen. Verbindliche Zusagen für 550 MW liegen bereits vor, darunter auch für Google und den US-Anbieter Cloud HQ. Da fragt man sich, ob die Stromversorgung wirklich für all diese großen Verbraucher ausreicht.

Der APG-Chef Gerhard Christiner hebt den volkswirtschaftlichen Vorteil hervor, den der erhöhte Stromverbrauch durch große Verbraucher mit sich bringt. Klar, denn mehr Verbraucher bedeuten mehr Investitionen und Arbeitsplätze. Dennoch bleibt die Frage, wie nachhaltig das Ganze ist. Die geplante Wasserstoff-Elektrolyseanlage der OMV in Bruck an der Leitha mit einer Leistung von 140 MW könnte hier eine wichtige Rolle spielen. Sie zeigt, wie man auch in der Industrie einen Schritt in Richtung nachhaltige Energieerzeugung machen kann.

Erneuerbare Energien im Fokus

Erneuerbare Energien sind ein zentrales Thema in der österreichischen Energiepolitik. Zu den erneuerbaren Energieträgern zählen nicht nur Sonnenenergie, sondern auch Wasserkraft, Windkraft, Geothermie und Bioenergie. Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplan wird ein Zielkorridor von 57 bis 60 % Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch für das Jahr 2030 festgelegt. Im Jahr 2024 stieg der Anteil bereits auf 43,0 %. Ein positiver Trend, der hoffentlich anhält.

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In der überarbeiteten Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED III) ist ein Ziel von 42,5 % an erneuerbaren Energieträgern am Bruttoendenergieverbrauch verankert, mit dem Bestreben, sogar 45 % zu erreichen. Das klingt ambitioniert, aber es gibt viel zu tun. Die Nutzung erneuerbarer Energie betrifft nicht nur die Stromproduktion, sondern auch die Wärme- und Gasversorgung. Diese Transformation ist entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Alles in allem bewegt sich Österreich in eine spannende Richtung. Ob das neue Google-Rechenzentrum ein Teil dieser nachhaltigen Zukunft sein kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Diskussion um Stromverbrauch und erneuerbare Energie wird uns noch lange beschäftigen.

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