Der Sommerempfang der Land- und Forstbetriebe NÖ (LFBNÖ) hat in diesem Jahr in einem besonders eindrucksvollen Rahmen stattgefunden – im frisch renovierten Schloss Prugg. An einem Tag, der für viele als Highlight des Jahres gilt, kamen zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft zusammen. Die Atmosphäre war geprägt von einem regen Austausch und dem tiefen Bewusstsein um die Herausforderungen und Chancen, die unsere Landschaften prägen.

Um die über 400-jährige Geschichte des Schlosses besser zu verstehen, hatten die Gäste die Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen. Im Ahnensaal begrüßte Obmann Markus Hoyos die Anwesenden mit einer herzlichen Ansprache. Die Grußworte von Ernst Heinrich Harrach und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf trugen zur festlichen Stimmung bei. Besonders beeindruckend war die Auszeichnung von Ernst Heinrich „Beppo“ Harrach und seiner Gattin Saba, die für ihre Verdienste um die Revitalisierung des Schlosses geehrt wurden. Die LFBNÖ würdigte ihr Engagement als beispielhaft für Verantwortung und nachhaltigen Umgang mit historischem Eigentum – ein wichtiger Aspekt, der in der heutigen Zeit nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Verantwortung und nachhaltige Entwicklung

In seiner Rede betonte Hoyos die zentrale Rolle der Landnutzer für die Gestaltung der österreichischen Kulturlandschaft. Er machte klar, wie wichtig die Land-, Forst- und Holzwirtschaft für die Wirtschaft, die Versorgungssicherheit, die Biodiversität und die regionale Wertschöpfung ist. Doch nicht alles ist rosig: Hoyos äußerte seine Bedenken über die zunehmende Regulierungsdichte und die bürokratischen Belastungen, die viele Betriebe zu tragen haben. Er rief dazu auf, die „Themenführerschaft“ in der nachhaltigen Landbewirtschaftung zu übernehmen, um die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen.

Der Empfang, der im Innenhof des Schlosses stattfand, bot nicht nur eine schöne Kulisse, sondern auch die Gelegenheit für persönlichen Austausch unter den Gästen. Es war spürbar, dass viele Teilnehmer die Möglichkeit schätzten, in einem ungezwungenen Rahmen über ihre Erfahrungen und Perspektiven zu sprechen. Solche Begegnungen sind wichtig – sie fördern Verständnis und Zusammenarbeit in einer Zeit, in der Herausforderungen auf allen Ebenen gemeistert werden müssen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft unterstreicht die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen. Laut dem zweiten Nachhaltigkeitsbericht des Ökosozialen Forums, der auf Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) basiert, zeigt sich, dass Nachhaltigkeit ein zentrales Leitprinzip für die Branche ist. Bemerkenswert ist, dass in Österreich bereits 26,2 % der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden – das ist im internationalen Vergleich eine beachtliche Zahl.

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Trotz dieser Fortschritte gibt es auch Herausforderungen. Der Verlust landwirtschaftlich nutzbarer Fläche durch Bebauung und Versiegelung bleibt ein Problem. Auch wenn die Flächeninanspruchnahme von 17,9 Hektar pro Tag im Jahr 2014 auf 12 Hektar im Jahr 2022 gesenkt werden konnte, ist das Ziel, bis 2030 auf 2,5 Hektar pro Tag zu reduzieren, noch nicht erreicht. Solche Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass Landwirte und Forstwirte gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die natürlichen Ressourcen zu schützen und gleichzeitig den steigenden Bedarf an Lebensmitteln zu decken.

Die Debatte um ökologische Nachhaltigkeit, die wachsende Nachfrage und die wirtschaftliche Stabilität wird die Branche weiterhin beschäftigen. Die Treibhausgasemissionen des Agrarsektors sind zwar gesenkt worden, doch die Herausforderung bleibt, die Balance zwischen Produktion und Umweltschutz zu finden. So wird die österreichische Landwirtschaft weiterhin gefordert sein, innovative Wege zu finden, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit zu agieren.

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