Im Bezirk Gänserndorf tut sich was – und das nicht nur in den Gärten! Die EU plant eine umfassende Vereinheitlichung jahrzehntealter Saatgutgesetze. Das klingt im ersten Moment nach einer bürokratischen Maßnahme, könnte aber frischen Wind in die heimische Landwirtschaft bringen. Vor allem die Erhaltung der Vielfalt an alten Gemüsesorten hat hier großes Potenzial. Aber nicht alle sind begeistert. Kritiker warnen, dass die neue Gentechnikverordnung, die Patente auf Saatgut-Eigenschaften ermöglicht, die Bio-Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen könnte.

Inmitten dieser spannenden Entwicklungen steht Monika Busch, eine leidenschaftliche Gärtnerin aus Schönkirchen. Sie bewahrt in ihrem Garten eine lebendige Vielfalt an alten Gemüsesorten, die sich durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene klimatische Bedingungen auszeichnen. Ihre Inspiration fand sie in der Organisation ARCHE NOAH, die sich der Erhaltung traditioneller Kulturpflanzen verschrieben hat. Monika sieht ihren Garten nicht nur als Anbaufläche, sondern als lebendiges Archiv.

Die Kraft der Vielfalt

Die alten Sorten, die Monika pflegt, bieten eine Geschmacksvielfalt, die im Handel oft verloren geht. Statt immer nur die gleichen standardisierten Sorten zu finden, eröffnet sie den Besuchern die Möglichkeit, die Aromen der Vergangenheit zu entdecken. Dabei ist die genetische Vielfalt dieser alten Sorten entscheidend für die Zukunft der Landwirtschaft – besonders in Zeiten des Klimawandels und neuer Krankheiten. Monika hat ein klares Ziel: Sie möchte zukünftigen Generationen eine vielfältige Landwirtschaft ermöglichen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Konzentration im Saatgutmarkt. Hochleistungssorten dominieren zunehmend, während die regionalen Anpassungen und der Geschmack oft auf der Strecke bleiben. Monika kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie setzt sich leidenschaftlich für den freien Austausch und die Weitergabe von Saatgut ein, denn nur so kann eine vielfältige Landwirtschaft gedeihen. Ihr Garten dient zudem als Lernort, um den Bezug zu Lebensmitteln und Pflanzen zu fördern und die Wichtigkeit von Vielfalt zu demonstrieren.

Neue EU-Gentechnikregeln

Doch wie geht es jetzt weiter? Die neuen EU-Gentechnikregeln, die in etwa zwei Jahren in Kraft treten sollen, könnten die Landschaft der Landwirtschaft weiter verändern. Pflanzen, die mit neuen Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas gezüchtet wurden, gelten als gentechnikfrei, was im ersten Moment wie ein Fortschritt klingt. Diese Pflanzen fallen in die Kategorie NGT1, und der EU zufolge sind sie nicht von konventionellen Züchtungen zu unterscheiden. Das bedeutet, dass Saatgutsäcke und Vermehrungsmaterialien mit der Kennzeichnung „NGT-1“ versehen werden müssen.

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Für die Ökobauern gibt es jedoch Einschränkungen: Sie dürfen kein NGT-Saatgut verwenden. Das ist ein klarer Strich durch die Rechnung für viele, die auf biologische Anbaumethoden setzen. Technisch unvermeidbare Vermischungen mit NGT-1 Pflanzen sind kein Verstoß gegen die Ökoverordnung, aber die Unsicherheiten bleiben. Pflanzen in der Kategorie NGT2, die Herbizid- oder Insektizidtoleranzen aufweisen, sowie solche, die artfremde Gene enthalten, unterliegen weiterhin den bisherigen Kennzeichnungs-, Zulassungs- und Kontrollpflichten. Was das für die Zukunft der Bio-Landwirtschaft bedeutet, bleibt abzuwarten.

Die Entwicklungen rund um die Saatgutgesetze sind also nicht nur eine bürokratische Angelegenheit, sondern berühren direkt die Lebensgrundlage vieler Menschen. Monika Busch und ihre Mitstreiter sind mit ihren alten Sorten und ihrer Leidenschaft für die Vielfalt ein wichtiges Gegengewicht zu den großen Konzernen. Ihre Arbeit ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, alte Traditionen zu bewahren und gleichzeitig offen für neue Entwicklungen zu sein – ganz im Sinne einer nachhaltigen und vielfältigen Landwirtschaft.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft und dem Thema Saatgut empfiehlt sich ein Blick in den Artikel auf MeinBezirk.

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