In Gänserndorf gibt es Grund zur Freude: Die WUK bio.pflanzen – Soziale Landwirtschaft Marchfeld wurde jüngst von „Natur im Garten“ für ihre vollständig torffreie Produktion ausgezeichnet. Damit zählt der Betrieb zu den ersten zehn Partnerbetrieben in Österreich, die diese ehrenvolle Auszeichnung erhalten haben. Die Initiative „Natur im Garten“ setzt sich für Betriebe ein, die eine Vorreiterrolle im Klima- und Umweltschutz übernehmen. Geschäftsführer Christa Lackner und Matthias Wobornik heben die Innovationskraft, den Pioniergeist und das Verantwortungsbewusstsein der ausgezeichneten Betriebe hervor. Diese Auszeichnung ist nicht nur ein Zertifikat, sondern auch ein Zeichen für nachhaltiges Gärtnern und umweltfreundliche Pflanzenproduktion.

Die torffreie Produktion trägt erheblich zum Klima- und Artenschutz bei, denn Torf stammt aus Mooren, die CO₂ speichern und Lebensräume für viele seltene Arten bieten. Leider führt der Torfabbau zur Zerstörung dieser wertvollen Ökosysteme und setzt klimaschädliche Gase frei. Neben WUK bio.pflanzen wurde auch Claudia Tögel – Gärten & Teiche aus Hauskirchen ausgezeichnet. Beide Betriebe setzen ein starkes Zeichen für einen umweltbewussten Umgang mit Ressourcen und zeigen, dass es möglich ist, ohne Torf auszukommen.

Torffreies Gärtnern und seine Vorteile

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war die 3. bundesweite Aktionswoche „Torffrei gärtnern“, die vom 13. bis 22. März 2025 stattfand. Diese Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wurde von Unternehmen, Verbänden sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen unterstützt. Ziel war es, das Bewusstsein für torffreies Gärtnern zu schärfen. Gärtnereien, Baumärkte und Handelsunternehmen boten Informations- und Mitmachaktionen an, während Umweltorganisationen mit spannenden Kampagnen und Veranstaltungen auf sich aufmerksam machten. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet Tipps und Informationen auf www.torffrei.info.

Es ist kein Geheimnis, dass die Verwendung von Torf in Hobbyerden aus Klimaschutzsicht problematisch ist. Der Abbau setzt Kohlenstoff als CO2 frei und trägt somit zur Erderwärmung bei. Torf zählt nicht zu den nachwachsenden Rohstoffen, und die Torfminderungsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die im Juli 2022 veröffentlicht wurde, hat zum Ziel, die Verwendung von Torf im Freizeitgartenbau vollständig und im Erwerbsgartenbau weitestgehend zu reduzieren. Dabei setzt die Strategie auf Freiwilligkeit und Aufklärung.

Die Zukunft ohne Torf

Es gibt bereits viele Torfalternativen, wie Grüngutkompost, Holzfasern und Kokosprodukte. Tatsächlich könnten diese Torfersatzstoffe den Torf im Gartenbau in Deutschland komplett ersetzen, auch wenn die Potenziale noch nicht vollständig ausgeschöpft sind. Pflanzen wachsen in torffreien Substraten gut, wenn die Mischung, Bewässerung und Düngung stimmen. Aber es erfordert ein Umdenken, denn torffreie Erde benötigt eine andere Bewässerung als torfhaltige Erde, da sie Wasser weniger gut speichert.

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Die Diskussion um Torf ist nicht nur in Österreich von Bedeutung. In Deutschland, wo Torf nur noch auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen abgebaut werden darf, wird der Abbau zunehmend reglementiert. Die Abbaumenge ist von 8 Millionen Kubikmetern im Jahr 2005 auf 4,7 Millionen im Jahr 2019 gesunken. Das zeigt, wie wichtig der Schutz der Moore für das Klima ist. Schließlich dauert die Torfbildung etwa 1.000 Jahre für nur einen Meter Torf – eine langsame, aber wertvolle Naturleistung.

Im Hobbybereich ist torffreies Gärtnern bereits gut möglich und wird auch von vielen Gärtnern aktiv gefördert. Auch wenn es im professionellen Gartenbau noch Herausforderungen gibt, ist der Trend eindeutig in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Für alle, die mit gutem Gewissen gärtnern wollen, ist es wichtig, die Inhaltsstoffe von Blumenerden zu überprüfen. Der Aufdruck „bio“ garantiert schließlich nicht, dass Produkte auch torfreduziert oder torffrei sind. Ein bisschen Aufmerksamkeit und Interesse können viel bewirken – für uns und die Natur.

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