Zeitreise in die Brotproduktion: Schüler lernen vom Korn zum Brot
In Gänserndorf haben Schülerinnen und Schüler der Mehrstufen-Integrationsklasse der Volksschule Deutsch-Wagram eine spannende Zeitreise unternommen – und das alles im Garten des Napoleon- und Stadtmuseums. Dort erlebten sie hautnah, wie aus Getreide frisches Brot entsteht. Die gesamte Prozedur wurde nachgestellt, vom Acker bis zum fertigen Weckerl, und so wurde der Weg vom Korn zum Brot anschaulich und erlebbar gemacht.
Die Projektidee stammt von Mag. Robert Müller aus Bockfließ, der bereits 2013 den Bau eines Brotbackofens im Museumsgarten initiierte. Gemeinsam mit Museumspräsident Fritz Quirgst wurde Getreide angebaut, das nun, frisch geerntet, mit einer Sense gemäht wurde. Anschließend wurden Garben gebunden und mit Dreschflegeln gedroschen. Ein bisschen wie im Geschichtsbuch, nur dass die Kinder selbst Hand anlegen konnten!
Einblicke in die Brotproduktion
Die Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, Spreu vom Korn zu trennen – und das mithilfe einer Windmühle. Das anschließende Mahlen des Korns zu Vollkornmehl war für viele ein ganz neues Erlebnis. Die Vorbereitungen im Brotbackofen wurden von Christine Preining und ihrem Team übernommen. Und dann kam der kreative Teil: Die Kinder formten aus dem Teig ihre eigenen Weckerl. Das Ergebnis? Ein herrlicher Duft von frisch gebackenem Brot, der durch den Garten zog!
Doch was steckt eigentlich hinter der Herstellung von Brot? Brot gehört zu den ältesten Lebensmitteln der Welt. Der Produktionsprozess umfasst mehrere Schritte: Von der Rohstoffauswahl über die Teigbereitung bis hin zum Backen und schließlich der Auslieferung. Hauptzutaten sind Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig. In Deutschland sind Weizen, Roggen und Dinkel die gängigen Brotgetreide. Aber auch alte Sorten wie Emmer oder Einkorn werden hin und wieder verwendet.
Die Qualität des Brotes hängt maßgeblich von der Anbauregion, der Sorte und dem Mahlverfahren ab. Der Teig wird durch Mischen und Kneten der Zutaten hergestellt. Dabei nimmt das Mehl Flüssigkeit auf und bildet ein Klebergerüst – ein Prozess, der für den Geschmack und die Konsistenz des Brotes entscheidend ist. Und wie wichtig Teigruhe für die Entwicklung von Aroma und Volumen ist, wurde den Kindern auch klar: Die Gärprozesse beeinflussen nicht nur das Volumen, sondern auch den Geschmack des Gebäcks.
Frisch gebacken und genossen
Nach dem Backen konnten die frisch gebackenen Brote dann verkostet werden. Der Geschmack von warmem, knusprigem Brot – einfach ein Genuss! Die Kinder waren begeistert und hatten nicht nur etwas über die aufwendige Brotproduktion von früher gelernt, sondern auch eine Menge Spaß dabei. Diese Art der Wissensvermittlung ist nicht nur lehrreich, sondern auch nachhaltig. Denn die Herstellung von Brot ist Teil einer regionalen Wertschöpfungskette, die uns alle betrifft.
Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Traditionen der Brotproduktion zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die diesen lehrreichen und köstlichen Tag ermöglicht haben! Wer weiß, vielleicht backen die Kinder ja schon bald ihre eigenen Brote zuhause und setzen das Gelernte in die Tat um. Und eines ist sicher: Frisches Brot schmeckt einfach am besten!
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