Am 31. Mai 2026, in der kleinen Stadt Gmünd, hat sich die Geschichte von Cynthia und Ursel Schneider auf ganz besondere Weise gewandelt. Die beiden Frauen haben Schwäbisch Gmünd im März 2026 verlassen, um ihr neues Leben auf der kapverdischen Insel Boa Vista zu beginnen. Der Entschluss zur Auswanderung fiel während der Covid-Pandemie, nach einem unvergesslichen Urlaub auf den Kapverden – ein Moment, der alles veränderte.
Cynthia, die zuvor als Gewerkschaftssekretärin und Stadträtin gearbeitet hat, und Ursel, eine gelernte Köchin, haben in der Vergangenheit viele Länder bereist – von Neuseeland über Peru bis nach Tansania. Doch Boa Vista hat es ihnen angetan. Sie fühlen sich dort sofort zu Hause und schätzen die Lebensweise sowie die Gastfreundschaft der Einheimischen. Komischerweise haben sie in Deutschland Diskriminierung als gleichgeschlechtliches Paar erfahren, was letztlich zu ihrer Entscheidung beitrug, ein neues Leben in einem anderen Land zu beginnen.
Familie und Pläne auf Boa Vista
Die Reaktionen ihrer Familie auf den Schritt ins Ungewisse waren gemischt. Cynthias Mutter steht hinter ihr und Ursel, während andere möglicherweise skeptisch waren. Doch die beiden Frauen haben keine Zweifel an ihrer Entscheidung, auch wenn der Hausverkauf in Deutschland nicht ganz reibungslos verlief. Der Prozess für ihre Aufenthaltsgenehmigung ist in vollem Gange – sie haben sich entschieden, zunächst eine „Residencia“ zu beantragen. Die Bürokratie auf den Kapverden empfinden sie als einfacher im Vergleich zu Deutschland, was sie sehr positiv überrascht hat.
Ein aufregendes neues Projekt steht ebenfalls an: Sie planen, eine Strandbar und Appartements zu eröffnen. Dabei möchten sie eine Mischung aus kapverdischer und europäischer Küche anbieten. Die lokale Küche hat ihre eigenen Spezialitäten, wie „Cachupa“, einen herzhaften Eintopf aus Bohnen und Mais, der sicherlich ein Hit bei den zukünftigen Gästen sein wird. Zudem arbeiten sie an einem Neubauprojekt zusammen mit anderen Auswanderern, was die Gemeinschaft stärkt und neue Freundschaften entstehen lässt.
Lebenshaltungskosten und Sicherheit
Die Lebenshaltungskosten auf Boa Vista sind bemerkenswert günstig, besonders wenn man lokale Produkte kauft. Im Vergleich zu Deutschland sind sie 30 bis 50 % niedriger. Beispielsweise kostet eine Mietwohnung in Praia, der Hauptstadt, in zentraler Lage etwa 388 € im Monat. Das ist ein echter Schnäppchenpreis, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Mietpreise in Berlin um 66 % höher sind. Auch die Restaurantbesuche sind wesentlich erschwinglicher – ein preiswertes Restaurant in Praia könnte gerade mal 4,52 € kosten. Das macht das Leben auf der Insel nicht nur attraktiver, sondern auch für viele Auswanderer zugänglicher.
Die Sicherheit auf Boa Vista ist ein weiterer Pluspunkt. Die Kriminalität ist sehr niedrig, was die Insel zu einem sicheren Ort für die beiden Frauen macht, um ihre Träume zu verwirklichen. Sie verfolgen zwar die politische Entwicklung in Deutschland, doch ihre Zukunft sehen sie klar auf den Kapverden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie mit ihren 44 und 57 Jahren, seit 2006 ein Paar und seit 2017 verheiratet, den Schritt gewagt haben, ihr Leben neu zu gestalten und sich die Freiheit zu nehmen, glücklich zu sein.
Die Entscheidung zur Auswanderung ist für viele ein großer Schritt, doch Cynthia und Ursel haben es gewagt. Sie leben ihren Traum auf Boa Vista, umgeben von einer herzlichen Gemeinschaft und der Schönheit der Natur. Es bleibt spannend, wie sich ihr neues Leben weiterentwickeln wird.
