In Hollabrunn fand vor kurzem das dritte „Fest der Stimmen“ statt – ein echtes Highlight für alle Chormusikliebhaber und eine wunderbare Gelegenheit für die Göllersbachpfarren, sich zusammenzufinden. An diesem besonderen Abend wurde das Konzert von Dominik Sommerer geleitet, der mit seiner charmanten Art die Bedeutung des Miteinandersingens für die Gemeinschaft hervorhob. Mehr als 110 Stimmen aus sieben verschiedenen Chören sorgten für ein eindrucksvolles Klangerlebnis.
Doch was wäre ein solches Fest ohne die Begeisterung der teilnehmenden Chöre? Die Chöre der Musikmittelschule Göllersdorf, die Volksschulen Breitenwaida und Göllersdorf, die Sonnberger Klangwellen, der Breitenwaidinger Kirchenchor, die Soundhaufn und der Martinschor aus Göllersdorf trugen alle ihren Teil zu diesem musikalischen Fest bei. Das Programm war eine bunte Mischung aus Kanons, Gospelliedern, Schubert-Stücken, Volksliedern und geistlichen Gesängen, die das Publikum mit auf eine emotionale Reise nahmen.
Ein krönender Abschluss
Der krönende Abschluss des Abends war ein eindrucksvolles Medley aus „Little shine of mine“ und „An irish blessing“, das von einem großen Abschlusschor dargeboten wurde. Es war ein Moment, der wohl vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, gab es sogar eine Zugabe, die für Schmunzeln sorgte – ein kleiner, aber feiner Abschluss, der die Atmosphäre auflockerte.
Ein herzliches Dankeschön gebührt allen Beteiligten, die mit ihrem Einsatz und ihrer Leidenschaft zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben. Solche Veranstaltungen sind nicht nur ein Fest für die Ohren, sondern auch für das Herz und die Seele. Sie schaffen Gemeinschaft und Verbundenheit und zeigen, wie wichtig das Chorsingen für unsere Kultur ist. Und das ist nicht nur eine lokale Angelegenheit!
Die Bedeutung von Chormusik geht weit über das regionale Geschehen hinaus. So wurde zum Beispiel die „Chormusik in deutschen Amateurchören“ kürzlich in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dies geschah im Rahmen einer UNESCO-Konvention, die die Vielfalt und den Gemeinschaftscharakter des Chorsingens würdigt. Mit etwa 60.000 Ensembles und über zwei Millionen Sängerinnen und Sängern in Deutschland zeigt sich, wie tief verankert diese Tradition in der Gesellschaft ist. Experten und prominente Gutachter haben die Vielfalt des Chorsingens als ein wertvolles kulturelles Erbe anerkannt.
Die Aufnahme in das Verzeichnis ist nicht nur ein Zeichen der Anerkennung, sondern auch ein Appell an die Politik, die Kulturlandschaft zu fördern. In einer Zeit, in der kulturelle Ausdrucksformen oft unter Druck stehen, ist solch eine Wertschätzung ein wichtiges Signal. Der Präsident des VDKC, Prof. Ekkehard Klemm, sieht die Aufnahme als positives Zeichen gegen den kulturellen Abbau und betont die Bedeutung von Chormusik für Identität und öffentliches Wirken.
Wenn man also beim nächsten Mal einem Chor lauscht, sei es bei einem Fest der Stimmen oder in einer anderen Form, kann man mit Sicherheit sagen: Hier wird nicht nur gesungen, hier wird Gemeinschaft gelebt.