In der letzten Gemeinderatssitzung in Hollabrunn, die am Samstag fortgesetzt wurde – nach einem abrupten Abbruch der vorherigen Sitzung – gab es einiges zu besprechen. Die Themen auf der Agenda waren brisant: höhere Wasser- und Kanalgebühren, ein Umweltbericht und eine Reihe von Diskussionen über Einsparungen sowie Investitionen. Besonders die Erhöhung der Gebühren sorgte für Zündstoff, weshalb die Opposition die erste Sitzung aus Protest verlassen hatte. Die zusätzliche Belastung für die Haushalte wird sich auf etwa 80 Euro pro Jahr summieren.

Listenstadtrat Wolfgang Scharinger warf einige Sparvorschläge in die Runde, um die Mehreinnahmen durch die Gebührenerhöhung zu vermeiden. Dazu zählte die Abschaffung der Schulungsbeiträge für Gemeinderäte, was jährliche Einsparungen von rund 35.000 Euro bringen würde. Auch die Auflösung von Homag und KommReal wurde ins Spiel gebracht. Doch seine Ideen fanden leider kein Gehör bei der Koalition aus ÖVP und SPÖ. Stadtrat Lukas Niedermayer hingegen verteidigte die geplante Gebührenerhöhung vehement, indem er auf die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur hinwies. Er stellte klar, dass das Kanalnetz kontinuierlich saniert und erweitert werden muss.

Wasserpreise und Umweltbericht

Ein weiterer Punkt, der für Diskussionen sorgte, war die Staffelung der Wasserpreise. Hier gab es Kritik vom Grünen-Gemeinderat Peter Loy, der anmerkte, dass Haushalte 1,75 Euro pro Kubikmeter zahlen, während Großverbraucher nur mit 1,60 Euro davonkommen. Ein Antrag zur Anpassung der beiden Tarife wurde schließlich einstimmig beschlossen, was zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung war. Niedermayer betonte zudem, dass in Hollabrunn ausreichend Brunnenwasser vorhanden sei und er für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem plädiert.

Der Umwelt- und Energiebericht von Umweltgemeinderätin Sandra Damböck-Lehr war umfangreicher als in den Vorjahren und erfüllte gesetzlich erforderliche Inhalte, die seit 2013 hätten eingehalten werden müssen. Doch trotz der detaillierten Zahlen blieben konkrete Empfehlungen zur Senkung des Energieverbrauchs aus. Der Fuhrpark des Rathauses besteht zu 99,3 Prozent aus Fahrzeugen mit fossilen Antrieben – ein Punkt, der von Gemeinderat Georg Ecker aufgegriffen wurde. Er sah Potenzial für die Nutzung von Photovoltaikanlagen, insbesondere auf der Kläranlage. Scharinger wies aber auch auf die zusätzlichen Kosten hin, die durch die umfangreichere Berichterstattung entstehen, da Damböck-Lehr einen freien Dienstvertrag erhält.

Investitionen in die Wasserwirtschaft

Wenn wir einen Schritt zurücktreten und auf die größere Perspektive blicken, wird die Situation in Hollabrunn deutlich, wie wichtig Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur sind. Laut einer Studie, die im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) durchgeführt wurde, sind bis 2045 in Deutschland Investitionen in Höhe von 800 Milliarden Euro notwendig, um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in gewohnter Qualität aufrechtzuerhalten. Ein wahnsinniger Betrag, der die Dringlichkeit verdeutlicht.

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Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Infrastruktur erreicht oft das Ende ihrer Nutzungsdauer, und wir müssen uns auch den Herausforderungen des Klimawandels stellen. Wetterextreme, wie längere Trockenphasen und häufigere Starkregenereignisse, erfordern zusätzliche Maßnahmen. Experten schätzen, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Investitionen für Klimaanpassungen eingeplant werden müssen. In dieser Hinsicht ist die Diskussion über die Wasser- und Kanalgebühren in Hollabrunn nicht nur lokal, sondern Teil eines viel größeren Bildes.

Digitale Lösungen und interkommunale Zusammenarbeit

Eine zukunftsorientierte Wasserwirtschaft erfordert auch eine umfassende Digitalisierung. Techniken wie Smart Metering, Sensorik und sogar digitale Zwillinge werden immer wichtiger. Diese Technologien ermöglichen präzisere Arbeiten und schnellere Leckageerkennung. Darüber hinaus ist interkommunale Zusammenarbeit ein Schlüssel, um Kosten zu senken und Risiken zu minimieren. Wenn man bedenkt, dass der Investitionsbedarf in den nächsten 20 Jahren auf rund 800 Milliarden Euro geschätzt wird, ist es umso wichtiger, die notwendigen Investitionen transparent zu kommunizieren. Nur so kann die Finanzierung sichergestellt werden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Herausforderungen in der Wasserwirtschaft groß sind. In Hollabrunn ist man sich dessen bewusst, und die aktuelle Diskussion zeigt, dass es nicht nur um Gebühren geht, sondern um eine nachhaltige und zukunftssichere Wasserwirtschaft, die alle betrifft. Mehr Informationen zu den Themen finden Sie in den ausführlichen Berichten auf MeinBezirk, KnowH2O und Rödl.

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