Die Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Horn sehen sich in der aktuellen Situation mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Dieselpreise und die geopolitischen Unruhen im Nahen Osten beeinflussen nicht nur die Weltwirtschaft, sondern gefährden auch die Existenzgrundlage der Landwirtschaft in Niederösterreich. Der NÖ Bauernbund fordert daher rasches Handeln für faire Wettbewerbsbedingungen, um den Druck auf die Betriebe zu verringern. Besonders besorgniserregend ist das Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen im Jahr 2025, das zu hohen Treibstoffkosten im EU-Vergleich führen wird. Laut LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager zahlen österreichische Bauern im internationalen Vergleich zu viel für Diesel.
Die finanzielle Lage der Betriebe ist angespannt: Die Kosten steigen, während die Erlöse für Milch, Fleisch und Getreide stagnieren oder sogar sinken. NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt eindringlich vor fallenden Preisen bei gleichzeitig steigenden Kosten. Ein Beispiel dafür ist Michael Andres, der 118 Hektar bewirtschaftet und die hohe Belastung in der Landwirtschaft deutlich spürt. „Wir haben Einnahmen auf dem Niveau von vor 40 Jahren, während unsere Kosten explodiert sind“, äußert er seine Sorgen. Dies betrifft insbesondere Ackerbaubetriebe, während der Weinbau stabiler bleibt.
Hoher Energiebedarf und Versorgungssicherheit
Ein weiteres Problem ist der hohe Energiebedarf der landwirtschaftlichen Maschinen. Traktoren verbrauchen etwa 13 Liter Diesel pro Stunde, Mähdrescher sogar bis zu 20 Liter. Daher schlägt Andres eine landwirtschaftliche Dieselreduktion zur Kostensenkung vor. Diese Maßnahmen könnten kurzfristig helfen, um die Belastungen zu mildern. Doch die Sorgen um die Versorgungssicherheit mit Diesel für die Ernte im Sommer sind allgegenwärtig. Kammerobmann Herbert Hofer sieht nicht nur die aktuellen Kosten, sondern auch strukturelle Probleme in der Landwirtschaft, die schnelles politisches Handeln erfordern.
Eine Umfrage zeigt, dass 61 % der Befragten grundsätzlich für Demonstrationen sind, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Diese Demonstrationen werden jedoch nicht nur von der Landwirtschaft getragen, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem angesehen, das auch andere Berufsgruppen betrifft. 26 % der Befragten halten jedoch Demonstrationen derzeit für wenig zielführend, da die geopolitische Lage die Dieselpreise in die Höhe treibt. 8 % sind bereit zu demonstrieren, sind jedoch durch die aktuelle Arbeitsbelastung, insbesondere in arbeitsintensiven Phasen, gehindert.
Politische Unzufriedenheit und Proteste
Die Unzufriedenheit über die Landwirtschaftspolitik führt zu Protesten, die auch von Handwerkern und Berufskraftfahrern unterstützt werden. Teilnehmer der Demonstrationen drücken ihre Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik aus und fordern eine Abgrenzung von gewaltverherrlichenden Symbolen, die in einigen Fällen auf den Demos zu sehen sind. Populistische Figuren wie Hubert Aiwanger versuchen, aus der Situation politisches Kapital zu schlagen und treiben einen Keil zwischen die hart arbeitende Landbevölkerung und die städtische Bevölkerung.
In einer Demokratie sind solche Proteste legitim, doch der Bauernverband hat Schwierigkeiten, die Protestwoche zu kontrollieren. Die Atmosphäre ist angespannt, und es bleibt abzuwarten, welche politischen Signale vom Finanzminister kommen, um die Sorgen der Landwirte ernst zu nehmen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Horn hoffen auf eine schnelle Lösung, um ihre Existenzgrundlage zu sichern und die Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
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