In Horn hat sich der Unabhängige Bauernverband (UBV) mit Agrarminister Norbert Totschnig getroffen, um dringende Anliegen der heimischen Landwirtschaft zu besprechen. Ein zentrales Thema war die Forderung nach fairen Preisen und weniger Bürokratie für die Landwirte. Es wird immer deutlicher, dass die Produktionskosten für Energie, Treibstoff, Dünger und Maschinen stark gestiegen sind, während die Erlöse für Rind- und Schweinefleisch sowie Getreide oft nicht im gleichen Maße gewachsen sind. Das macht vielen Familienbetrieben, besonders in Berg- und Randregionen, das Leben schwer, da sie höhere Kosten bei der Bewirtschaftung und dem Transport tragen müssen als große Landwirtschaften im Flachland.

Der UBV hat auch Bedenken geäußert, was internationale Handelsabkommen betrifft, insbesondere das geplante Mercosur-Abkommen. Kritiker warnen, dass günstigere Agrarprodukte aus südamerikanischen Ländern die heimischen Bauern unter Preisdruck setzen könnten. Ähnliche Sorgen gibt es auch hinsichtlich der Marktöffnung gegenüber der Ukraine. Um die österreichischen Betriebe vor unfairer Konkurrenz zu schützen, fordert der UBV eine Agrarpolitik, die die regionale Lebensmittelproduktion stärkt und die Leistungen der Bauern für Landschaftspflege und Umweltschutz anerkennt.

Forderungen nach weniger Bürokratie und mehr Unterstützung

Ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam, war der hohe Verwaltungsaufwand, der nicht nur Zeit raubt, sondern auch Geld kostet. Der Verband verlangt praktikable Lösungen zur EU-Entwaldungsverordnung und unterstützt den Waldfonds zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Außerdem sind der Ausbau von Bewässerungsförderungen, bessere Rahmenbedingungen für die Holzwirtschaft sowie sozial- und steuerrechtliche Erleichterungen für Landwirte weitere Anliegen. Minister Totschnig hat versprochen, die Vorschläge und Forderungen des UBV zu prüfen.

Das Mercosur-Abkommen, das bereits unterschrieben ist, steht nun vor der Herausforderung der Billigung durch das Europäische Parlament. Achim Spiller, Agrarökonomie-Professor an der Universität Göttingen, weist auf die Problematiken der Freilandhaltung in den Mercosur-Staaten hin. Dort sind Gentechnik und Wachstumshormone für Nutztiere erlaubt, und die Produktionsregeln für Lebensmittel sind häufig weniger streng. Das wirft nicht nur Fragen zur Qualität auf, sondern auch zu den Umweltfolgen, wie der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes, die als klimapolitisches Problem betrachtet werden muss.

Zusätzlich wird betont, dass die langen Transportwege hohe CO2-Emissionen verursachen, was den ökologischen Fußabdruck der Produkte weiter belastet. Das Abkommen umfasst auch ein politisches Partnerschaftsabkommen, das von jedem EU-Staat einzeln ratifiziert werden muss. Ein spannendes, aber auch herausforderndes Thema für die heimische Landwirtschaft!

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