Heute ist der 26.04.2026. In Korneuburg brodelt es im Hinblick auf die Zukunft des ehemaligen Werftareals, das momentan im Besitz der insolventen Signa-Gruppe ist. Die Stadt plant, die Grundstücke rund um die Werft zurückzukaufen, um die Fläche selbst zu entwickeln. Dieses Vorhaben stellt sich jedoch als kompliziert heraus, da die Signa-Gruppe, unter der Leitung von Rene Benko, vor einigen Jahren 45% des Areals erworben hat und nun lukrative Kaufangebote vorliegen, die für die Gläubiger der Signa vorteilhafter sind, als das Angebot der Stadt Korneuburg.
Die insolvente SDS, die über drei Gesellschaften Eigentümerin der „Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG“ ist, hält zahlreiche Grundstücke in diesem Gebiet. Die Wiener Immobilienfirma BOP plant, im Auftrag der „International Communities Organisation“ (ICO) einen diplomatischen Bildungscampus, Wohnheime und ein Hotel zu errichten. Das Projekt soll 300 Millionen Euro kosten und zwischen 200 und 400 neue Arbeitsplätze schaffen. Doch die Zustimmung der Gemeinde zu diesem Projekt ist notwendig und wird momentan nicht erteilt. Bürgermeister Christian Gepp hat sich klar geäußert, dass das Projekt seiner Ansicht nach keinen Mehrwert für die Stadt bringt. Zudem hat die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich ein Pfandrecht in Höhe von 24 Millionen Euro auf die Grundstücke, was die Verhandlungen zusätzlich erschwert.
Stadt Korneuburg plant Rückkauf
Die Gemeinde Korneuburg plant, insgesamt vier bis fünf Millionen Euro für den Rückkauf der Grundstücke auszugeben. Ein Kaufangebot wird derzeit vorbereitet, das sich an realen Grundstückspreisen orientiert. SPÖ-Chef Sven Hergovich hat betont, dass es wichtig sei, das „historische Zeitfenster“ für den Kauf zu nutzen. Gespräche mit Regierungsmitgliedern über finanzielle und organisatorische Unterstützung sind bereits erfolgt. Jedoch wurde ein Antrag des SPÖ NÖ-Landtagsklubs vom September 2024 von der schwarz-blauen Mehrheit vertagt, was die Situation zusätzlich verkompliziert.
Die Stadt Korneuburg besitzt rund 50% des Areals, das im Besitz des Stadtentwicklungsfonds (SEFKO) ist. Ein Wohnbauprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde entwickelt, kam jedoch nie zum Spatenstich, da Signa insolvent wurde. Die Projektgesellschaft „Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG“ ist zwar noch nicht insolvent, könnte jedoch am 30. April 2023 in Konkurs gehen, wenn die Bank Kredite fällig stellt. Geschäftsführer Neurauter bereitet bereits einen Insolvenzantrag vor.
Politische Spannungen und Verhandlungen
In der politischen Landschaft Korneuburgs gibt es Spannungen zwischen den Parteien. ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp kritisiert das Vorgehen der SPÖ als schädlich für die Verhandlungsposition der Stadt. Er hebt hervor, dass seit dem letzten Treffen am 27. März keine konkreten Zahlen oder Zusagen von Landesrat Hergovich vorliegen. Die SPÖ NÖ sichert der Stadt Unterstützung seitens des Landes zu, doch die Unsicherheiten in den Verhandlungen bleiben bestehen.
Das ICO-Projekt und die damit verbundenen Entwicklungen sind von großer Bedeutung für Korneuburg. Die Stadt sieht die Möglichkeit, durch den Kauf der Grundstücke und deren Entwicklung selbst Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Areals zu nehmen. Doch die Herausforderungen, die durch die Insolvenz von Signa und die Verhandlungsposition der Gläubiger entstehen, machen diesen Plan zu einem Drahtseilakt.
Die Situation bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln werden. Die Pläne der Stadt Korneuburg sind klar, doch die Umsetzung könnte sich als schwieriger herausstellen, als ursprünglich gedacht.