Die Internationalen Barocktage im Stift Melk fanden heuer vom 21. bis 25. Mai statt und boten ein echtes Fest für die Sinne. Unter dem Motto „Erwarten“ – was ja schon mal vielversprechend klingt – gab es ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt 17 Veranstaltungen, die über fünf Tage verteilt stattfanden. Kammersänger Michael Schade, der künstlerische Leiter, hat sich sichtlich ins Zeug gelegt. Mit einem großartigen Team von Mitwirkenden, darunter Giulia Semenzato, Mara Gaudenzi, Patricia Nolz, Martin Haselböck, Serge Falck und Giovanni Antonini, wurde das Event zu einem besonderen Erlebnis. Vor allem die nächtlichen Konzerte in der beeindruckenden Stiftskirche und im Gartenpavillon sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Michael Schade zeigte sich am Ende sehr zufrieden mit der Veranstaltung.

Das Warten auf solch ein Fest kann ja auch seine spannenden Seiten haben. Man denke nur an die Vorfreude auf einen Adventskalender oder die Aufregung vor einer Reise. Die Ungewissheit des Wartens ist in vielen Lebensbereichen präsent – sei es beim Warten auf Briefe oder die lange ersehnte Schwangerschaft. Das Warten wird in der Regel als akzeptabel empfunden, solange ein positives Ende in Sicht ist. Und das war auch bei den Internationalen Barocktagen der Fall. Die Vorfreude auf Pfingsten und die bevorstehenden Veranstaltungen hat bei vielen Menschen für ein Kribbeln gesorgt. Die Ausblicke auf das Programm waren schon im Vorfeld vielversprechend. Wenn man bedenkt, dass die Offenheit für historische Aufführungspraxis, die Stefan Gottfried betont hat, in der heutigen Zeit immer wichtiger wird, kann man nur hoffen, dass solche Events weiterhin Anklang finden.

Einblicke in die historische Aufführungspraxis

Das Thema der historischen Aufführungspraxis ist nicht nur ein Randaspekt, sondern wird an Instituten wie dem Institut für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis (ALT) an der BrucknerUni intensiv behandelt. Hier wird die Musik von der Renaissance bis zur Frühromantik studiert und gelehrt. Die Studierenden profitieren von einer praktischen und theoretischen Ausbildung, die durch international tätige Lehrende unterstützt wird. Das aktive Kammermusik- und Barockorchesterleben ist dabei ein ganz zentraler Bestandteil. Hier wird nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt.

Das Angebot reicht von Projekten des Euridice Barockorchesters über die Internationalen Tage der Alten Musik bis hin zum BRISK Ensemblewettbewerb. Workshops mit renommierten internationalen Dozenten wie Ton Koopman oder Peter van Heyghen vertiefen die Kenntnisse über historisch informierte Aufführungspraxis. Man könnte fast sagen, dass diese Institution ein Schmelztiegel für Talente und ein Hotspot für alle Liebhaber der Alten Musik ist. Es ist nicht nur eine akademische Ausbildung, sondern eine echte Leidenschaft, die hier gelebt wird.