Das Stift Melk, hoch über der Donau gelegen, präsentiert sich mit seinen markanten gelben Mauern als ein wahrhaft historisches Wahrzeichen. Diese Mauern sind seit über drei Jahrhunderten den Herausforderungen von Wind, Wetter und Geschichte ausgesetzt. Risse, verblasste Farben und ermüdete Strukturen machen eine umfassende Sicherheitsmodernisierung unumgänglich. Aktuell ist das Stift Melk eine der größten historischen Baustellen in Österreich, was nicht zuletzt an der laufenden Restaurierung der Stiftsbibliothek liegt, die 2022 begann und voraussichtlich bis 2032 dauern wird.

Die Stiftsbibliothek beherbergt einen beeindruckenden historischen Bestand von 100.000 Bänden, darunter 1.800 Handschriften und 750 Inkunabeln. Diese wertvollen Schätze sind Teil des UNESCO-Welterbes und verdienen besondere Aufmerksamkeit. Bisherige Restaurierungsarbeiten umfassten die Wiederherstellung der Fassadenmalerei der Nordbastei und die Auffrischung von Ölbildern. Nun steht die nächste Bauetappe an: die Restaurierung der barocken Prunkräume, die kürzlich in einer Sitzung des Kuratoriums beschlossen wurde.

Umfassende Restaurierungsmaßnahmen

In der Bibliothek selbst sind derzeit Gerüste und Leitern aufgestellt, während der Boden auf die bevorstehenden Restaurierungsarbeiten vorbereitet wird. Geplant sind umfangreiche Arbeiten an Wand- und Deckengemälden, Holzregalen und vergoldeten Zierelementen. Der denkmalpflegerische Grundsatz betont, dass Eingriffe auf das unbedingt Erforderliche beschränkt werden sollen. Abt Ludwig Wenzl hat die Bedeutung der Erhaltung der Bibliothek für kommende Generationen hervorgehoben. Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ, unterstrich die zentrale Rolle der Bibliothek für Glauben, Wissen und Kultur.

Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro, wobei das Stift Melk 47% der Kosten trägt und das Land Niederösterreich mit 1,7 Millionen Euro unterstützt. Ein Spendenverein, Ex Litteris Immortalitas, trägt zur Finanzierung bei und sammelt jährlich rund 100.000 Euro durch Fundraising und Buchpatenschaften. So wurden allein im Jahr 2025 63 neue Buchpatenschaften geschlossen, die einen Umsatz von 58.000 Euro für Buchreinigung und Schadenskartierung generierten.

Ein Augenmerk auf Sicherheit und Klimaverhältnisse

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Restaurierung sind die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, die unter anderem eine Notbeleuchtung und eine Brandlöschanlage umfassen. Eine Klimaanlage ist jedoch nicht geplant, da Untersuchungen ergeben haben, dass ein stabiler Temperaturverlauf in den Bibliotheksräumen besteht. Ziel ist es, die Maximaltemperatur im Sommer auf 24 Grad zu begrenzen, was durch den Einsatz von UV-Schutzverglasung und Vorhängen unterstützt wird.

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Jährlich zieht das Stift Melk über 450.000 Besucher an, sowohl über den Donauradweg als auch durch Schifffahrt. Diese hohe Besucherzahl zeigt das Interesse an diesem geschichtsträchtigen Ort und der einzigartigen Bibliothek, die nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein kulturelles Erbe darstellt. Die laufenden Restaurierungsarbeiten werden nicht nur den Erhalt der Bibliothek sichern, sondern auch zukünftigen Generationen die Möglichkeit bieten, in die Schätze der Vergangenheit einzutauchen.

Die Restaurierung des Stifts Melk und seiner Bibliothek ist somit nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch ein bedeutender Schritt zur Bewahrung eines kulturellen Erbes von unschätzbarem Wert.