Sinfonie der Sehnsüchte: Kinderwünsche als Kunstwerke in Wolkersdorf
Heute ist der 13.06.2026, und in der Volksschule Wolkersdorf gibt es etwas ganz Besonderes zu erleben. Die Ausstellung „Sinfonie der Sehnsüchte“, die im Rahmen des Viertelfestivals 2026 ins Leben gerufen wurde, zieht alle Blicke auf sich. Über 300 Volksschulkinder haben an diesem kreativen Projekt mitgewirkt, und die Ergebnisse sind beeindruckend. Hier werden Kinderwünsche zu Kunstwerken, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig Herzen berühren.
Die Themen, die die Kinder in ihren Arbeiten behandelt haben, sind so vielfältig wie die Kinder selbst. Frieden, mehr Zeit mit der Familie, Haustiere und die Hoffnung auf das Gute stehen im Mittelpunkt. Ein ganz besonderer Anziehungspunkt ist der große Wunschvorhang, der sich wie ein Wasserfall über zwei Stockwerke erstreckt und mit handgeschriebenen Wünschen der Kinder geschmückt ist. Es ist ein eindrucksvolles Bild, das die Sehnsüchte und Hoffnungen der Jüngsten in unserer Gesellschaft widerspiegelt.
Künstlerische Auseinandersetzung mit Kindheitsträumen
Die Projektinitiatorinnen, Veronika Goller und Marlies Döltl, haben mit ihrem Team eine Plattform geschaffen, auf der die Kinder ihre Wünsche nicht nur schriftlich, sondern auch hörbar machen konnten. Einige dieser Wünsche wurden in eine Klanginstallation integriert, was dem Ganzen eine zusätzliche Dimension verleiht. Es ist faszinierend zu hören, wie die Stimmen der Kinder durch den Raum hallen und ihre Hoffnungen in die Welt hinaustragen.
Ein Aufruf zur Spende von ausrangiertem Spielzeug, der die Schulleiterin Andrea Steineder überrascht hat, führte zu einer unerwartet hohen Resonanz. Die Kinder haben alte Puppen, Figuren und Spielsachen kreativ zerlegt und daraus fantasievolle Skulpturen und Kunstwerke erschaffen. Hier wird nicht nur Kunst gemacht, sondern auch die Botschaft vermittelt, dass aus Altem etwas Neues und Wunderschönes entstehen kann. Das ist ein bemerkenswerter Prozess, den Goller als respektvoll und faszinierend beschreibt. Es ist nicht nur eine künstlerische Arbeit, sondern auch eine wertvolle Lektion über Nachhaltigkeit und Kreativität.
Ein Projekt voller Emotionen
Die Finissage, bei der die Wünsche vom Vorhang genommen und symbolisch in den Schulzaun verwoben werden, ist ein emotionaler Höhepunkt. Hier wird der Kreis geschlossen – die Hoffnungen der Kinder werden hinaus in die Welt getragen, und man kann förmlich spüren, wie viel Leidenschaft und Herzblut in diesem Projekt steckt. Die Dynamik und Begeisterung des Lehrerteams sind ansteckend, und man fragt sich, wie viel Freude diese kreative Reise allen Beteiligten gebracht hat.
Die Ausstellung läuft bis zum 13. Juni 2026, und am Tag der offenen Klassentüren am 12. Juni von 10:00 bis 17:00 können Besucher die Installation besichtigen. Am 13. Juni ist die letzte Möglichkeit, die fantastischen Arbeiten der Kinder bis 15:00 Uhr zu erleben. Es ist eine Einladung, die kreativen Ideen der Kinder zu entdecken und zu würdigen.
Kreative Bildungsarbeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein essenzieller Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Diese Ausstellung zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig es ist, Kinder in ihrem kreativen Schaffen zu unterstützen. Laut dem gesetzlichen Bildungsauftrag der Kindertagesbetreuung geht es darum, Erziehung, Bildung und Betreuung miteinander zu verbinden. Der Fokus liegt dabei auf dem Prozess des kreativen Gestaltens. Kunst spricht Kinder ganzheitlich an und fördert ihre soziale, emotionale und geistige Entwicklung.
In der Volksschule Wolkersdorf ist das deutlich spürbar. Hier wird nicht nur Kunst geschaffen, sondern auch ein Raum eröffnet, in dem Kinder ihre eigenen Gestaltungsabsichten entwickeln können. Solche kreativen Projekte sind wichtig – sie fördern die individuelle Ausdrucksform und ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Sehnsüchten. Wer hätte gedacht, dass die Stimmen der Kinder so laut und klar gehört werden können? Diese Ausstellung ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie Kunst und Bildung Hand in Hand gehen können.
