Heute ist der 9.05.2026 und in Laa, genauer gesagt im Hanfthaler Thayapark, gibt es derzeit eine ganz besondere Art von „Helfern“: 14 Wasserbüffel leisten seit dem 7. Mai wertvolle Dienste, um ein wichtiges Feuchtbiotop zu erhalten. Diese beeindruckenden Tiere sind Teil eines Projekts, das nicht nur den Naturraumschutz in den Vordergrund stellt, sondern auch das Überleben zahlreicher spezialisierter Tier- und Pflanzenarten sichert. Vizebürgermeister Markus Thüringer hebt die Bedeutung dieses Vorhabens hervor, denn ohne Pflege würde dieser wertvolle Lebensraum bald verloren gehen.
Die Wasserbüffel haben eine entscheidende Aufgabe: Sie fressen Schilf und tragen durch ihr Gewicht dazu bei, neue Wasserstellen zu schaffen. So bleibt das Feuchtgebiet offen und zugänglich für die Vielfalt an Flora und Fauna, die dort lebt. Das Projekt „Wilde Weiden“ des Naturparks Leiser Berge nutzt die natürlichen Fähigkeiten dieser Tiere optimal aus. Die Wasserbüffel stammen übrigens aus dem Tierpark Schönbrunn und dem Nationalpark Seewinkel und werden für etwa zwei Wochen im Thayapark eingesetzt. Geplant ist, dass sie künftig regelmäßig für zwei bis drei Wochen pro Jahr dort arbeiten.
Die Rolle der Wasserbüffel in der Landschaftspflege
Wasserbüffel könnten in der europäischen Landschaft weit verbreiteter sein, als man denkt. Im südlichen Waldviertel hält Manfred Forthofer beispielsweise 51 dieser Tiere auf seinem Biohof. Diese Tiere haben eine lange Tradition in Mitteleuropa, wo sie im Hochmittelalter als Haustiere gehalten wurden. In Rumänien gibt es sogar noch 15.000 Wasserbüffel, während sie in Wien bis zwischen den Weltkriegen als Arbeitstiere genutzt wurden. Forthofer beschäftigt sich nicht mit der Milchproduktion, sondern hat auf Fleischproduktion umgestellt und den Ackerbau aufgegeben. Das ist ein interessanter Trend, der zeigt, wie sich die Landwirtschaft wandelt.
Wasserbüffel sind nicht nur für die Fleischproduktion interessant – sie spielen auch eine entscheidende Rolle in der Landschaftspflege. Sie benötigen kein Getreidefutter und verbringen viel Zeit in einem Teich, um sich abzukühlen. Ihre Fähigkeit, Feuchtgebiete zu erhalten und die Biodiversität zu fördern, ist unbestritten. Allerdings ist die extensiv betriebene Weidehaltung oft unwirtschaftlich. Hohe Pflege- und Zaunkosten machen es für viele Landwirte schwer, ohne Förderungen wirtschaftlich zu arbeiten. Das bringt uns zur EU, die mit dem „Nature Restoration Law“ plant, 20% der Land- und Meeresflächen ökologisch zu verbessern. Eine spannende Entwicklung!
Die Beobachtung der Wasserbüffel
Die Bevölkerung wird gebeten, die Wasserbüffel aus sicherer Entfernung zu beobachten und sie nicht zu füttern oder aktiv anzulocken. Das ist nicht nur ein Appell an die Verantwortlichkeit, sondern auch eine wichtige Maßnahme, um den natürlichen Ablauf der Dinge nicht zu stören. Es ist einfach schön zu sehen, wie Natur und Mensch hier zusammenarbeiten, um ein Stück Heimat zu bewahren. Wenn wir uns auf die natürlichen Prozesse einlassen und die Arbeit der Wasserbüffel respektieren, wird die Natur ihren Lauf nehmen und sich weiter entfalten können.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich das Projekt weiterentwickelt und welche Ergebnisse die Wasserbüffel im Thayapark erzielen. Vielleicht wird das ein Anreiz für weitere Initiativen in der Region sein, die sich für den Erhalt unserer wertvollen Biotope einsetzen.