Heute ist der 8.06.2026 und die Stadt Mödling steht vor einer ernsten Herausforderung: Die Innenstadt wird zunehmend von Leerständen geprägt. Wo einst lebhafte Geschäfte und ein reges Treiben herrschten, sind mittlerweile viele Läden geschlossen. Benetton hat seine Filiale am Freiheitsplatz dichtgemacht, und auch das Modehaus „Herrenmode Schiller“ hat nach der Pensionierung seines Inhabers keinen Nachfolger gefunden. Die Klosterbar, die Boutique Choice und das „Stehachterl“ stehen leer – eine traurige Entwicklung für eine Stadt, die einst als Musterbeispiel für eine vitale Innenstadt mit niedrigen Leerstandsquoten galt. Zudem verlässt „World of Art“ die Stadt und wird bis Ende Mai geräumt.
Das Problem ist nicht nur auf den Freiheitsplatz beschränkt. Auch in der Brühlerstraße gibt es erhebliche Leerstandsprobleme. Mödling hat in den letzten Monaten mit dem Verlust von Geschäften wie „Kunst & Handwerk“ und dem Altstadt-Postshop zu kämpfen gehabt. Der Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes schloss ebenfalls Ende Mai seine Türen. Die Liste der ehemaligen Geschäfte, die nun leerstehen, ist lang: der TV-Shop am Deutsch-Platz, die Boutique Krammer und „Waldi“ sind nur einige Beispiele. Kritiker führen die Probleme auf die rot-grüne Stadtregierung zurück, während sich der Wirtschaftsbund-Stadtobmann Matthias Pfeiler besorgt über den Druck auf den lokalen Handel äußert.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die Situation bringt auch politische Reaktionen mit sich. VP-Stadtparteiobmann Gert Zaunbauer beschreibt den Leerstand als wachsendes Problem und fordert die Schaffung von Gratis-Parkplätzen für Kunden und Angestellte. Der Wirtschaftsbund verlangt ein Ende der Politik der Verunsicherung und ein aktives Leerstandsmanagement, um die Stadt wiederzubeleben. Auf der anderen Seite kritisiert SPÖ-Klubsprecher Stephan Schimanowa die Vorwürfe der ÖVP als Teil einer Negativkampagne und betont die Notwendigkeit einer sensiblen Anpassung der blauen Zonen sowie die Schaffung von innerstädtischem Parkraum.
Die Stadtregierung plant bereits Aktionen zur besseren Positionierung von Mödling. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um das drohende Absterben der Innenstadt abzuwenden, bleibt abzuwarten. Die wirtschaftliche Perspektive ist entscheidend – die geplante Ausweitung der „Grünen Zone“ und der Ausbau der kostenpflichtigen „Blauen Zone“ könnten den lokalen Handel noch weiter belasten.
Diese Entwicklungen werfen Fragen auf: Wie kann es sein, dass eine Stadt, die lange Zeit als Vorbild galt, nun solche Probleme hat? Gibt es einen Ausweg aus dieser ökonomischen Misere? Die Mödlinger haben sicherlich viel zu verlieren, wenn sich die Lage nicht bald verbessert. Die Hoffnung liegt bei den kommenden politischen Entscheidungen und der Kreativität der Händler, die trotz aller Widrigkeiten ihre Geschäfte am Laufen halten wollen.
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