Heute ist der 10.07.2026 und wir befinden uns in Mödling, wo die Sommerhitze bereits für eine angenehme Urlaubsstimmung sorgt. Doch wie viele von uns wissen, ist es oft gar nicht so einfach, im Urlaub tatsächlich abzuschalten. Sandra Edelhofer, Coach und Trainerin für Work-Health-Balance aus Guntramsdorf, hat in einem Interview interessante Einblicke gegeben, wie wir unser Urlaubserlebnis verbessern können. Viele Menschen kämpfen damit, ihre Gedanken von der Arbeit zu lösen, was oft an der digitalen Dauerverfügbarkeit und chronischem Stress liegt. Das Handy ist immer griffbereit, und der Kopf bleibt im Arbeitsmodus gefangen, selbst wenn der Strand ruft.

Das Abschalten ist eine Fähigkeit, die viele von uns wieder lernen müssen. Edelhofer erläutert, dass die Erschöpfung nach dem Urlaub häufig unterschätzt wird. Lange Anfahrten, Zeitverschiebungen und eine überladene Urlaubsplanung mit vielen Aktivitäten und wenig Erholung tragen dazu bei. Oft übergehen wir einfach von der Arbeit in den Urlaub, ohne einen inneren Abschluss zu finden. Das Nervensystem benötigt Zeit, um vom Aktivierungs- in den Ruhemodus umzuschalten. Es dauert in der Regel drei bis fünf Tage, bis sich der Körper an die neue Umgebung gewöhnt und der Schlaf sich verbessert. Echte Erholung setzt oft erst nach sechs Tagen ein. Das ist ein wichtiger Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte, vor allem, wenn man einen kurzen Urlaub plant.

Die individuelle Urlaubsform

Die Art des Urlaubs hängt stark von der jeweiligen Person ab. Wer viel Stress hat, benötigt oft Stille und einen geregelten Tagesrhythmus, während andere, die sich unterfordert fühlen, von aktiveren Erlebnissen profitieren. Ein fester Tagesrhythmus kann dem Nervensystem Sicherheit geben. Edelhofer nennt diesen Prozess „Erholungskompetenz“. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, gezielt und wirksam abzuschalten. Diese Kompetenz umfasst, gedanklich von der Arbeit wegzukommen, echte Entspannung zuzulassen und Erfolgserlebnisse außerhalb des Jobs zu sammeln. Das Gute daran: Erholungskompetenz ist erlernbar!

Um den Urlaub zu einem echten Erholungserlebnis zu machen, empfiehlt sie einige Tipps. Dazu gehört eine bewusste Vorfreude und gedankliche Vorbereitung auf den Urlaub. Auch eine saubere Übergabe im Job, das Klären offener Aufgaben und klare Vertretungsregelungen sind entscheidend. Kleine Pausen im Alltag helfen, besser abzuschalten. Und im Urlaub selbst sollte man sich aktiv von Verantwortlichkeiten „entpflichten“. Die Expertin selbst zieht einfache Urlaube am Kärntner See vor – ohne festes Programm, einfach mit der Familie und ihrer Hündin. So kann man die Zeit in vollen Zügen genießen.

Der Zusammenhang von Arbeit und Erholung

Aber das Thema Erholung geht weit über den Urlaub hinaus. Viele berufstätige Menschen erleben einen überfrachteten Arbeitsalltag, der kaum echte Erholung zulässt. Fehlende Erholung kann zu geistiger Ermüdung und emotionaler Erschöpfung führen. Kurze, bewusst geplante Pausen sind nicht nur wichtig, um den Stress zu senken, sondern fördern auch die Konzentration und schützen die Gesundheit. Ein längerer Urlaub kann als Reset für Körper und Geist dienen, besonders wenn genügend Zeit für Familie und Freizeit bleibt. Die Vorfreude auf den Urlaub beginnt bereits lange vorher, wenn man sich aktiv von den Gedanken an die Arbeit distanziert.

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Eine gelungene Work-Life-Balance erfordert Zeit für Familie und Freizeit, strukturierte Arbeitszeiten und flexible Pausenmodelle. Arbeitgeber können durch gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen dazu beitragen, dass ständige Erreichbarkeit vermieden wird. Es ist wichtig, feste Offline-Zeiten zu schaffen, um die negativen Auswirkungen der Digitalisierung zu mildern. Die Erholung ist subjektiv und hängt stark von den individuellen Bedürfnissen ab. Methoden wie Meditation und Spaziergänge können helfen, die mentale Distanz zur Arbeit zu fördern.

Insgesamt zeigt sich, dass eine Kombination aus strukturiertem Arbeitsalltag und regelmäßigen Urlaubszeiten dazu beitragen kann, chronischer Erschöpfung vorzubeugen. Erholung ist nicht nur der Schlaf oder die Freizeit, sondern umfasst verschiedene Bedürfnisse und sollte gezielt angegangen werden. Eine gesunde Balance ist Voraussetzung für Leistung und fördert Gesundheit, Motivation und Fokus. Wer also in den Urlaub fährt, sollte ihn auch wirklich genießen und die Erholung als Teil des Lebens betrachten.

Für weitere Informationen und Tipps zum Thema Erholung und Work-Life-Balance empfehlen wir, einen Blick auf die ausführlichen Inhalte von Sandra Edelhofer zu werfen, die in ihrem Interview wertvolle Ratschläge gibt. Weitere Details sind auch in einem Artikel zur Work-Life-Balance zu finden, der die Wichtigkeit von Pausen und einem strukturierten Arbeitsalltag betont: Hier klicken.

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