Die bäuerlichen Betriebe im Bezirk Neunkirchen sehen sich derzeit mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die steigenden Dieselpreise setzen den Landwirten erheblich zu. Ein Umstand, der nicht nur die Existenz der regionalen Bauern gefährdet, sondern auch weitreichende Konsequenzen für die gesamte Landwirtschaft in Niederösterreich hat. Der Konflikt im Nahen Osten hat zudem Einfluss auf die Weltwirtschaft, was die Situation weiter verkompliziert. Während die Kosten für Betriebsführung und Treibstoff steigen, sinken die Erlöse für Milch, Fleisch und Getreide.
Der NÖ Bauernbund hat daher umgehend Maßnahmen gefordert, um faire Wettbewerbsbedingungen für die Landwirte zu schaffen. Besonders problematisch sind die Agrardieselmaßnahmen, die 2025 auslaufen werden, was zu einem weiteren Anstieg der Treibstoffkosten für die Betriebe führen wird. Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, weist darauf hin, dass österreichische Bauern im internationalen Vergleich zu hohe Preise für Diesel zahlen.
Steigende Kosten und sinkende Erlöse
Bezirksbauernkammer-Obmann Thomas Handler hat berichtet, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb jährlich etwa 5.000 Liter Diesel verbraucht. Bei einer Teuerung von 50 Cent pro Liter entstehen zusätzliche Kosten von rund 2.500 Euro. Gleichzeitig beträgt der Agrardieselpreis lediglich etwa 7 Cent und deckt nur die Kosten für eine einmalige Betankung. Für die Milch erhalten die Bauern aktuell nur 51 Cent pro Liter, während es im Vorjahr noch 64 Cent waren. Dies bedeutet für die Betriebe monatlich einen Verlust von über 1.500 Euro.
Die Möglichkeiten der Bauern, diese steigenden Kosten abzufedern, sind sehr begrenzt. Abnehmer können die Preise nicht erhöhen, was die Situation noch weiter verschärft. Josef Scherz, der Bezirksvorsitzende der SPÖ-Bauern, warnt vor ernsthaften Schwierigkeiten für kleinere Betriebe und der Gefahr von Betriebsaufgaben. Diese Kombination aus steigenden Kosten, bürokratischen Anforderungen und unzureichender Unterstützung bedroht die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe.
Herausforderungen in der Landwirtschaft
Die Herausforderungen sind jedoch nicht nur lokal zu sehen. Laut dem Grünen Bericht 2024 des Landwirtschaftsministeriums, der die Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft analysiert, wurden die Einkünfte der Betriebe im Jahr 2023 auf durchschnittlich 39.526 Euro je Betrieb geschätzt. Dies ist eine Steigerung im Vergleich zu 2021, jedoch bleibt die Situation angespannt. Die Betriebe sehen sich zunehmend mit den Auswirkungen des Klimawandels, extremen Wetterlagen und volatilen Märkten konfrontiert.
Über 73% der Betriebe und 66% der Flächen liegen in benachteiligten Gebieten, was die Herausforderungen noch verstärkt. Zudem setzen immer mehr Betriebe auf nachhaltige Produktionsmethoden: 81% der Betriebe nehmen am freiwilligen Agrarumweltprogramm ÖPUL teil, während der Bio-Anteil der landwirtschaftlichen Flächen bei 27,4% liegt. Diese Bemühungen sind wichtig, um die Umweltleistungen der Landwirtschaft zu fördern und zur Erhaltung der Kulturlandschaft beizutragen.
Im Kontext dieser Herausforderungen ist es entscheidend, dass die Politik die Anliegen der Bauern ernst nimmt und Maßnahmen ergreift, um die Existenzgrundlage der Betriebe zu sichern. Nur so kann die Landwirtschaft in Niederösterreich auch in Zukunft bestehen und ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft erfüllen.
Weitere Informationen zur aktuellen Situation der österreichischen Landwirtschaft finden Sie in der Grünen Bericht 2024.