Am vergangenen Wochenende fand im Diakonie Klinikum Neunkirchen ein Tag der offenen Tür statt, der zahlreiche Besucher anzog. Unter den vielen Angeboten hatte Dr. Ralph Fischer die Möglichkeit geschaffen, mit einem Mako-Roboterarm ein simuliertes Kniegelenk zu bearbeiten. Hierbei war der simulierte Eingriff am PC durchgeplant, wodurch Fehler wie Abrutschen ausgeschlossen wurden. Eheleute Wagner aus Schiffweiler nutzten die Gelegenheit, um sich über die vielfältigen Angebote der Klinik zu informieren.

Ein besonderer Höhepunkt war der Demenzparcours im zweiten Stock, der von den Pflegeexpertinnen Annika Strasser und Caroline Manderscheid als äußerst empfehlenswert hervorgehoben wurde. Die Besucher konnten hier die Herausforderungen nachempfinden, mit denen Demenzkranke im Alltag konfrontiert sind. So galt es beispielsweise, ein Kleidungsstück mit übergroßen Gartenhandschuhen anzuziehen und zuzuknöpfen. Weitere Übungen beinhalteten das Transportieren kleiner Dinge mit Besteck, ohne die eigenen Hände zu sehen. Ziel war die Sensibilisierung von Pflegepersonal und Angehörigen für die Situation von Demenzpatienten.

Vorträge und Informationen zur Sturzprävention

Das Klinikum bot zudem Fachvorträge und Demonstrationen zu wichtigen Gesundheitsthemen an, darunter Hirnblutungen, Darmkrebsvorsorge, Reanimation, endokrine Chirurgie und Diabetes. Rüdiger Lydorf, der Leiter der Physikalischen Therapie, informierte über die Sturzrisiken im Alter. Er stellte fest, dass die Sturzquote ab 65 Jahren bei 30 Prozent liegt und ab 75 Jahren besonders hoch ist, wobei häufig Knochenbrüche auftreten. Prävention durch mehr Bewegung, insbesondere Muskelaufbau und Gleichgewichtstraining, wurde als entscheidend erachtet.

Das Thema Sturzprävention ist besonders relevant, da Demenz das Gedächtnis und die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen kann, was das Sturzrisiko erhöht. Die Gehfähigkeit nimmt mit fortschreitender Demenz ab, was zu schlurfenden Bewegungen führen kann. Stürze sind bei Senioren allgemein häufig, mit einer Rate von 30 Prozent jährlich; bei Demenzpatienten ist diese Rate jedoch noch höher. Verwirrtheitsangst und das Übersehen von Hindernissen sind häufige Ursachen für Stürze bei Menschen mit Demenz.(Quelle))

Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Die Sturzprophylaxe ist ein entscheidender Bestandteil der Pflege von Menschen mit Demenz. Sie umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, die individuell angepasst werden sollten. Zu den empfohlenen Tipps gehören unter anderem die Überprüfung des Wohnumfelds auf Hindernisse, die Gewährleistung von guter Beleuchtung und die Vermeidung von rutschigen Oberflächen. Es wird empfohlen, regelmäßig an einem Balance-Übungsprogramm teilzunehmen, um die Mobilität zu fördern und das Sturzrisiko zu senken.

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Zusätzlich betonen Experten die Bedeutung einer umfassenden Beratung zu Sturzprävention und körperlicher Aktivität. Die erste globale Leitlinie zur Sturzprävention, die 2022 veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass individuelle und kombinierte Maßnahmen notwendig sind, um die Sicherheit von älteren Menschen, insbesondere von Demenzpatienten, zu gewährleisten. Die Anpassung des Wohnumfelds sowie das Medikamentenmanagement spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Sturzprophylaxe.(Quelle))

Der Tag der offenen Tür im Diakonie Klinikum Neunkirchen war somit nicht nur eine Gelegenheit für die Besucher, das Klinikum kennenzulernen, sondern auch eine wichtige Plattform, um über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der Demenz- und Sturzprävention zu informieren. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Demenzpatienten und älteren Menschen zu schärfen und die Pflege in diesem Bereich weiter zu verbessern.