In Scheibbs ist diese Woche alles anders. Die Stadt steht ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zur 100-jährigen Stadterhebung! Ein Grund zum Feiern, denn am 26. Juni 1926 wurde Scheibbs von der NÖ Landesregierung unter dem damaligen Landeshauptmann Karl Buresch zur Stadt erhoben. Davor, im Jahr 1352, gab es eine Ankündigung des Herzog Albrecht, der Scheibbs zur Stadt machen wollte – allerdings nur unter der Bedingung, dass eine Stadtmauer errichtet wird. Doch trotz dieser Befestigung blieb Scheibbs über Jahrhunderte ein Markt und entwickelte sich erst später zu einem bedeutenden Handelszentrum entlang der Eisenstraße.

Der Antrag zur Stadterhebung wurde 1926 vom Gemeinderat unter Bürgermeister Rudolf Radinger gestellt. Es gab einige Voraussetzungen, die erfüllt werden mussten: moderne Infrastruktur, Bahnanbindung, Schulen, ein Krankenhaus, eine gute Wasserversorgung und ein lebendiges Vereinsleben. Diese Bedingungen wurden schnell erfüllt, und so trat der Gemeinderat am 26. Juni 1926 erstmals zusammen. Doch komischerweise gerieten die Feierlichkeiten zur Stadterhebung in den folgenden Jahrzehnten in Vergessenheit – bis Stadtarchivar Professor Johann Schagerl das Jahr 1926 wieder ins öffentliche Bewusstsein rückte.

Die Feierlichkeiten – Ein vielseitiges Programm

Vom 23. bis 28. Juni wird nun ordentlich gefeiert! Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Dienstag, 23. Juni, startet alles mit einem musikalischen Spaziergang und Vernissagen zu Ausstellungen im Rathaus. Ein bisschen Kunst und Musik können nie schaden, oder? Der Mittwoch steht ganz im Zeichen der Musikschule, die mit Konzerten aufwartet. Am Donnerstag wird es dann richtig laut, beim Jazz-Pop-Rock Open Air. Und das ist erst der Anfang!

Am Freitag, 26. Juni, findet eine Tanzveranstaltung vom Scheibbser Tanzverein SAT2 statt – da wird das Tanzbein geschwungen! Ein echter Höhepunkt wird dann am Samstag, 27. Juni, das Stadterhebungsfest in der Innenstadt sein, gefolgt von einem großen Konzert unter dem Motto „DANZER MANIA“. Zum krönenden Abschluss am Sonntag, 28. Juni, gibt es einen ökumenischen Gottesdienst und einen Festakt, bei dem die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner eine Festrede hält. Dazu wird die Hymne „100 Jahre Scheibbs“ live uraufgeführt. Und für die Fans von Georg Danzer wird eine neue Sonderbriefmarke präsentiert – eine tolle Hommage!

Ein Blick in die Geschichte

Es ist spannend, darüber nachzudenken, dass Scheibbs nicht nur 100 Jahre Stadterhebung feiert, sondern auch auf eine lange Geschichte zurückblickt. In den Jahren 1952 und 2002 gab es bereits große Jubiläumsfeiern – die „600 Jahre Stadt Scheibbs“ und „650 Jahre Stadt Scheibbs“. Trotzdem gibt es Diskussionen unter den Bürgern, warum jetzt nur das 100-jährige Jubiläum gefeiert wird. Das zeigt, wie lebendig die Stadtgeschichte hier ist und wie sehr die Menschen mit ihrer Vergangenheit verbunden sind.

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Stadtgeschichte ist ein faszinierendes Feld, das nicht nur in Scheibbs, sondern weltweit von Bedeutung ist. An Universitäten wird sie oft zusammen mit anderen Geschichtswissenschaften gelehrt. Stadtarchive, Museen und Geschichtsvereine beschäftigen sich intensiv mit der lokalen Geschichte. Im 19. Jahrhundert lag der Fokus auf den politischen Gemeinwesen und der Autonomie der Städte, während die Forschung sich in den letzten Jahrzehnten auch sozialhistorischen Ansätzen zugewandt hat. Es ist bemerkenswert, wie Stadtgeschichte die Identität und das Selbstverständnis einer Kommune prägt.

In einem digitalen Zeitalter sind viele Stadtarchive dabei, ihre Ressourcen online zugänglich zu machen. Das Portal städtegeschichte.de bietet umfassende Informationen zur Stadtgeschichte im deutschsprachigen Raum. Solche Initiativen fördern das bürgerschaftliche Engagement und die Teilnahme an der historischen Forschung. In Scheibbs wird die Feier zur Stadterhebung sicherlich auch ein Anlass sein, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und die Gemeinschaft zu stärken.

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