Am 28. April 2026 fand in Tulln der diesjährige Girls‘ Day statt, an dem 36 Schulen aus 13 Bezirken in Niederösterreich teilnahmen. Ziel dieses Aktionstags ist es, Schülerinnen praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen. Durch Besuche in regionalen Betrieben und Einrichtungen hatten die jungen Frauen die Gelegenheit, den Arbeitsalltag hautnah zu erleben und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre Ausbildungswege zu sprechen. So wird nicht nur das Entdecken von Interessen gefördert, sondern auch der Kontakt zur regionalen Wirtschaft gestärkt.
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, betont die Bedeutung des Girls‘ Day für die Chancengleichheit. Besonders in technischen und handwerklichen Berufen, in denen weibliche Fachkräfte dringend benötigt werden, spielt diese Initiative eine entscheidende Rolle. Linda Fertl-Bläuel, die Bezirksvorsitzende Frau in der Wirtschaft, sieht in diesem Tag eine wertvolle Gelegenheit, Mädchen die Vielfalt technischer Berufe näherzubringen. Dank moderner technischer Möglichkeiten wird der körperliche Kraftaufwand in vielen Berufen reduziert, was sie für Mädchen attraktiver macht.
Einblicke in technische Berufe
Ein Beispiel für einen Betrieb, der am Girls‘ Day teilnahm, ist die Schinnerl Metallbau GmbH in Tulln, die in Zusammenarbeit mit dem BG/BRG Klosterneuburg Schülerinnen die Arbeitswelt näherbrachte. Der Girls‘ Day ist mehr als nur ein einmaliges Ereignis; er fördert die Verbindung zwischen der regionalen Wirtschaft und der jungen Generation und trägt dazu bei, dass immer mehr junge Frauen Berufe wählen, die traditionell als Männerdomänen gelten.
Der Girls‘ Day hat auch einen positiven Einfluss auf die Berufs- und Studienwahl von Mädchen. Laut aktuellen Statistiken steigt der Anteil von Frauen in technischen und handwerklichen Berufen stetig an. So ist der Frauenanteil in der Ausbildung zur Fachinformatikerin seit 2004 um 245 % gestiegen. Auch in anderen Bereichen, wie der Fahrzeuglackierung oder der Zweiradmechatronik, verzeichnen wir signifikante Zuwächse. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: 2024 nahmen über 8.000 Schülerinnen am Girls‘ Day teil und hatten die Möglichkeit, neue Berufsfelder kennenzulernen.
Der Girls‘ Day als Schlüssel zur Gleichstellung
Die Bemühungen des Girls‘ Day sind besonders wichtig, da Mädchen häufig Berufe oder Studienfächer wählen, in denen Frauen überrepräsentiert sind. Eine Studie zeigt, dass 2018 rund 69 Prozent der Mädchen aus nur 20 Ausbildungsberufen im dualen System wählten, darunter kein naturwissenschaftlich-technischer Beruf. In technischen und techniknahen Bereichen hingegen fehlt es vielen Betrieben und Hochschulen an qualifiziertem Nachwuchs. Der Girls‘ Day soll daher durch praktische Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Berufe den Anteil der Mädchen und Frauen in diesen Bereichen stärken.
Seit der Einführung des Girls‘ Day im Jahr 2001 haben rund zwei Millionen Schülerinnen an diesem Aktionstag teilgenommen. Die wiederholte Teilnahme hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Unternehmenskultur, sondern erhöht auch das Gleichstellungsbewusstsein in den Betrieben. 27 Prozent der teilnehmenden Unternehmen konnten durch Girls‘ Day-Aktivitäten weiblichen Nachwuchs gewinnen. Informationen über den Girls‘ Day und die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der offiziellen Webseite des Aktionstags zu finden, die Mädchen hilft, Plätze in ihrer Nähe zu suchen und zu buchen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Girls‘ Day eine wertvolle Plattform bietet, um Mädchen für technische Berufe zu begeistern und ihnen zu zeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten ihnen offenstehen. So wird nicht nur die berufliche Chancengleichheit gefördert, sondern auch das Interesse an Berufen, die bisher oft als männlich dominiert galten, nachhaltig gesteigert. Eine Investition in die Zukunft, die sich sowohl für die jungen Frauen als auch für die Wirtschaft auszahlt.