Am 12. Mai fand in Thaya eine eindrucksvolle Monatsübung mit dem Titel „Menschenrettung aus PKW“ statt. Unter der Leitung von Gruppenkommandant Rene Diesner trainierten die Feuerwehren Thaya und Waidhofen/Thaya gemeinsam, um ihre Fähigkeiten in der Menschenrettung im Ernstfall zu schärfen. Ein Übungsszenario mit drei Fahrzeugen wurde auf einem Platz hinter dem Friedhof aufgebaut, und das Szenario war alles andere als einfach. Über Funk wurde die Feuerwehr Waidhofen/Thaya zum Übungsbeginn alarmiert, und schon ging es richtig zur Sache.
Die Übung simulierte die Rettung aus zwei PKW, in denen insgesamt vier Personen eingeklemmt oder eingeschlossen waren – ein dramatisches Szenario, das die Einsatzkräfte vor echte Herausforderungen stellte. Bereits zu Beginn hatte die Feuerwehr Thaya den Brandschutz aufgebaut und begann mit der Rettung der ersten Person. Währenddessen übernahm die Feuerwehr Waidhofen/Thaya das zweite Unfallfahrzeug. Die Aufteilung der Mannschaft war durchdacht: Das Vorausrüstfahrzeug, das Hilfeleistungsfahrzeug und das Wechselladefahrzeug wurden gezielt eingeteilt, um die Einsatzabläufe zu optimieren.
Erstmaßnahmen und Rettungstechniken
Die erste Maßnahme bestand darin, das Fahrzeug zu stabilisieren und die Lenkerin zu betreuen. Mit einem Spineboard wurde die verletzte Fahrerin über die Fahrertür gerettet. Der Beifahrer hingegen wurde im Fahrzeug betreut, seine Rettung erfolgte über den Kofferraumdeckel – wieder mit Hilfe eines Spineboards. Der dritte PKW stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, da er mittels Seilwinde geborgen werden musste. Hierbei wurde eine Freilandverankerung gesetzt, um die Umlenkrolle zu positionieren und das Fahrzeug auf die Fahrbahn zu ziehen. Mit dem Wechselladefahrzeug wurde das Fahrzeug schließlich geborgen. Ein spannender Ablauf, der die Fähigkeiten aller Beteiligten auf die Probe stellte!
In solchen Übungen wird nicht nur das technische Wissen getestet, sondern auch die Teamarbeit und die Kommunikation unter den Einsatzkräften sind entscheidend. Diese Aspekte sind auch Teil der Ausbildungsmodule, die in der technischen Unfallrettung angeboten werden. Die Module „First Five“ und „Standard“ sind für Feuerwehren konzipiert, um die Abläufe zur Verkürzung der Rettungszeit zu optimieren. Das „First Five“-Modul eignet sich für Feuerwehren ohne Rettungssatz und legt den Fokus auf die Erkundung und Sicherungsmaßnahmen. Das „Standard“-Modul baut darauf auf und trainiert die Befreiung von Personen aus PKW in verschiedenen Lagen, was in einer realen Notsituation lebensrettend sein kann.
Wissen ist Macht
Die Schulungen, die von erfahrenen Instruktoren durchgeführt werden, vermitteln grundlegende Kenntnisse und Techniken, die für schnelle und gezielte Hilfe im Ernstfall unerlässlich sind. Themen wie schnelle Schnittmethoden für effektive Patientenrettung oder Strategien für komplexe Aufgaben werden behandelt. Auch der Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten ist Teil der Ausbildung. Schließlich geht es darum, die Einsatzkräfte optimal auf verschiedene Unfallarten vorzubereiten und Teamarbeit zu stärken. Die regelmäßige Auffrischung der Kenntnisse ist dabei von zentraler Bedeutung.
Wichtig ist, dass solche Trainings nicht nur einmal im Jahr stattfinden, sondern eine fortlaufende Ausbildung der Feuerwehrleute darstellen. Das Seminarangebot reicht von den Basics bis hin zu weiterführenden Trainings, sodass die Teams immer auf dem neuesten Stand der Technik und Taktik sind. So wird sichergestellt, dass im Ernstfall alle Handgriffe sitzen und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst reibungslos funktioniert.
Die Übung am 12. Mai war also nicht nur eine hervorragende Gelegenheit, die erlernten Fähigkeiten zu testen, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in der Region. Mehr Informationen zu den Übungen und Modulen finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.