In Waidhofen an der Thaya hat sich etwas ganz Besonderes ereignet: Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Dachdeckerei Koller-Pfeiffer und der Polytechnischen Schule (PTS), genauer gesagt der Abteilung Metall, hat die Gartenhütte im Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) mit einem neuen Dach versehen. Die Anfrage bei Koller-Pfeiffer führte zu einer sofortigen Zustimmung von Margit Pfeiffer, die die Zusammenarbeit mit den Schülern ermöglicht hat. Direktor Thomas Fraißl war ebenfalls an Bord und erlaubte den Schülern, aktiv Hand anzulegen.
Lehrkraft Martin Litschauer brachte eine Gruppe von acht motivierten Schülern mit, die sich beherzt ans Werk machten und die alten Holzschindeln vom Dach entfernten. Dabei wurden sie von den erfahrenen Handwerkern Martin Kollmann und Christian Forster von Koller-Pfeiffer professionell angeleitet. Es war beeindruckend zu sehen, wie engagiert die Schüler arbeiteten, Fragen stellten und die praktischen Handgriffe des Dachdeckens erlernten. Die Beteiligten waren unter anderem Michael Hofbauer, Semir Coskun, Yannick Zeilinger, Jakob Wais, Niklas Kainrath, Marvin Leitner und Elias Steiger.
Ein Projekt mit Weitblick
Das gesamte Projekt wurde von Haustechniker Jürgen Dangl, Herbert Ritter sowie Anita Talamas-Engel betreut, was für eine reibungslose Durchführung sorgte. Besonders hervorzuheben ist, dass während der Arbeiten stets Rücksicht auf die Bewohner des PBZ genommen wurde. Kaufmännischer Direktor Rainer Hirschmann bedankte sich herzlich bei allen Beteiligten und lobte die hervorragende Zusammenarbeit. Die offizielle Eröffnung des Projekts ist in einigen Wochen geplant und man kann jetzt schon gespannt darauf sein, wie die neue Hütte im Garten strahlen wird!
Doch das ist nicht alles. Im Rahmen der Initiative „Handwerk macht Schule“, die vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) unterstützt wird, gibt es seit September 2024 auch eine Unterrichtseinheit zur Trigonometrie. Diese Einheit bezieht sich auf die Berechnung von Winkeln anhand von Dächern und bietet Schülern die Möglichkeit, verschiedene Dachformen kennenzulernen und diese in ihrer Umgebung zu dokumentieren. Es ist ein spannender Ansatz, um das Handwerk für die Jugend sichtbarer zu machen. Interessanterweise wurde die erste Unterrichtseinheit bereits rund 300-mal heruntergeladen!
Die Zukunft des Dachdeckerhandwerks
Die Materialien, die auf dem Portal www.handwerk-macht-schule.de bereitgestellt werden, sind nicht nur für allgemeinbildende Schulen gedacht, sondern auch mit Lehr- und Bildungsplänen abgestimmt. Aktuell stehen 190 Arbeitsblätter und Fachbeiträge zur Verfügung, die insgesamt 320.000-mal heruntergeladen wurden. Das zeigt, wie groß das Interesse am Handwerk ist und wie wichtig es ist, den Praxisbezug zu fördern – auch durch Besuche von Dachdeckerbetrieben.
In diesem Zusammenhang spielt die überbetriebliche Lehrunterweisung (ÜLU) eine entscheidende Rolle. Sie bietet den Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk vertiefende Praxiserfahrungen und vermittelt spezialisiertes Fachwissen. Themen wie energetische Dachsanierung, moderne Fassadentechniken und fortgeschrittene Abdichtungsverfahren stehen auf dem Lehrplan. Die ÜLU sichert nicht nur hohe Qualitätsstandards, sondern bereitet die Lehrlinge auch auf die Gesellenprüfung vor.
Die Kombination aus praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen ist entscheidend für die zukünftige Generation von Dachdeckern. Es ist spannend zu beobachten, wie solche Projekte und Initiativen dazu beitragen, das Handwerk nicht nur zu revitalisieren, sondern auch im Bewusstsein der jungen Menschen zu verankern. Das Dachdeckerhandwerk hat also nicht nur eine wichtige Rolle in der Bauwirtschaft, sondern auch in der Bildung und Ausbildung junger Talente!
