Digitalisierung des Stadtarchivs Wiener Neustadt: Historische Ratsprotokolle nun online zugänglich
Wiener Neustadt, eine Stadt mit einer tief verwurzelten Geschichte, hat kürzlich einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung unternommen. Das Stadtarchiv hat frühe Ratsprotokolle, die bis ins Jahr 1623 zurückreichen, sowie zwei Ratsbücher digitalisiert. Diese wertvollen Dokumente sind nun online auf Findbuch.net zugänglich. Die Digitalisierung hat das Ziel, den Zugang zur Geschichte und zum kulturellen Erbe von Wiener Neustadt zu verbessern und die Bedeutung dieser Dokumente für die Stadt und ihre Bürger sichtbar zu machen.
Die Ratsprotokolle und -bücher, die seit 1431 erhalten sind, dokumentieren nicht nur die politische und rechts- sowie verwaltungsgeschichtliche Entwicklung der Stadt, sondern spiegeln auch die wirtschaftliche und soziale Lebenswelt wider. So wird die Stadtgeschichte lebendig, während man durch die digitalisierten Seiten blättert. Diese Dokumente geben einen faszinierenden Einblick in überregionale politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die auch heute noch nachhallen.
Digitalisierung im Stadtarchiv
Die Digitalisate wurden von einer Firma im Auftrag des Stadtarchivs angefertigt. Bemerkenswert ist der neue Archivscanner, der seit dem ersten Quartal 2025 im Stadtarchiv verfügbar ist und Dokumente bis zum Format A0 digitalisieren kann. Ein weiterer großer Fortschritt: Seit Sommer 2025 haben Praktikantinnen und Lehrlinge 40 weitere Bände der Ratsprotokolle gescannt. Die Digitalisate sind in die Archivinformationssoftware AUGIAS integriert und unter den Rubriken „Altes Archiv“ und „Historischer Buchbestand“ auf stadtarchiv-wiener-neustadt.findbuch.net abrufbar. Und das Beste? Weitere ausgewählte Digitalisate werden in Zukunft online zur Verfügung stehen.
Durch diese Maßnahmen wird nicht nur die historische Aufarbeitung der Stadt vorangetrieben, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung und Zugänglichmachung des kulturellen Erbes geleistet. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Schritt, um Traditionen und Wissensformen für zukünftige Generationen sichtbar zu machen.
Kulturelles Erbe und Digitalisierung
Das Thema Digitalisierung ist nicht nur für Wiener Neustadt von Bedeutung. Die Österreichische UNESCO-Kommission führt ein digitales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich, welches kontinuierlich aktualisiert wird. Dieses Verzeichnis hilft, kulturelle Ausdrucksformen zu erfassen und zugänglich zu machen. Interessanterweise wird der Kulturpool, die größte digitale Datenbank für kulturelles Erbe in Österreich, ab dem 14. Juli 2026 zentral digital zugänglich sein. Hier sollen bis 2026 voraussichtlich drei Millionen Kulturgüter verfügbar sein, darunter auch lebendige Traditionen und darstellende Künste.
Aktuell befinden sich bereits rund 1,5 Millionen digitale Objekte aus 98 Institutionen im Kulturpool, und das ist erst der Anfang! Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig die Digitalisierung für die Forschung, Bildung und persönliche Weiterbildung ist. Sie bietet Zugang zu historischen Fotografien, Handschriften, Kunstwerken und audiovisuellen Medien. Auch das Immaterielle Kulturerbe wird in Zukunft erfasst, was die Vielfalt und Tiefe des kulturellen Erbes in Österreich noch einmal unterstreicht.
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