In einer Zeit, in der die Landwirtschaft unter dem Druck von Klimakapriolen, steigenden Betriebskosten und einem hohen Ressourcenverbrauch steht, kommt frischer Wind aus Niederösterreich. Die Fachhochschule Wiener Neustadt, genauer gesagt der Campus Francisco Josephinum in Wieselburg, hat eine neue Professur für Künstliche Intelligenz (KI) im agrarischen Bereich ins Leben gerufen. Diese Professur mit dem Namen „Datenzentrierte Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft“ hat ein beeindruckendes Fördervolumen von 1,5 Millionen Euro. Das Ziel? Die Entwicklung und Erprobung von KI-Technologien zur Sicherung von Erträgen und einem nachhaltigeren Wirtschaften. Die Forschungseinrichtung Josephinum Research wird hierbei eine zentrale Rolle spielen.

Landesrat Stephan Pernkopf hebt die Dringlichkeit hervor, mit modernen Werkzeugen die Ernährung einer wachsenden Bevölkerung sicherzustellen. Immerhin haben Betriebe bereits begonnen, digitale Technologien zu nutzen, um ihre Produktionsprozesse zu optimieren. Die Professur, die noch 2023 besetzt werden soll, wird nicht nur neues wissenschaftliches Personal anziehen, sondern auch neue Lehrinhalte mit sich bringen. Besonders spannend ist, dass 65 Studierende im Studiengang Agrartechnologie und Digital Farming direkt von dieser Initiative profitieren werden. Sie sollen mit einer Kombination aus Agrarkompetenz und technologischem Know-how zur Wettbewerbsfähigkeit der Branche beitragen.

Herausforderungen für den Einsatz von KI in der Landwirtschaft

Doch so vielversprechend das klingt, die Einführung von KI-Technologien in der Landwirtschaft ist nicht ohne Hürden. Ein Bericht des Fraunhofer IESE beschreibt, dass die Akzeptanz von KI-gestützten Entscheidungsunterstützungsinstrumenten (AI DMST) durchaus uneinheitlich ist. Viele Landwirte sehen sich strukturellen und technischen Hindernissen gegenüber, insbesondere kleinere Betriebe. Diese kämpfen zum Beispiel mit dem eingeschränkten Zugang zu hochwertigen Daten und hohen Entwicklungskosten. Auch die Unsicherheiten bezüglich gesetzlicher Vorschriften tragen zur Skepsis bei.

Das Problem ist nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Integration dieser Instrumente in bestehende Arbeitsabläufe. Mangelnde Transparenz bei der Generierung von Empfehlungen erschwert das Vertrauen in die neuen Systeme zusätzlich. Um diese Herausforderungen zu meistern, werden Vorschläge für politische Maßnahmen erarbeitet, die unter anderem die Förderung der Interoperabilität durch gemeinsame Standards und die Finanzierung öffentlicher Repositorien landwirtschaftlicher Daten umfassen.

Die Rolle von gemeinsamen Infrastrukturen

Ein besonders interessanter Aspekt ist die Beschreibung einer speziellen KI-Fabrik für Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse im Rahmen des Programms „Digitales Europa“. Diese Einrichtung soll Zugang zu Rechenressourcen, spezifischen Datensätzen und regulatorischer Unterstützung bieten, was letztlich darauf abzielt, die Entwicklungskosten zu senken und vertrauenswürdige KI-Tools zu unterstützen. Hier zeigt sich, wie wichtig ein kohärentes und integratives Innovationsökosystem ist, um das volle Potenzial von KI in der Landwirtschaft auszuschöpfen.

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Ein kontinuierlicher Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgern, Forschungseinrichtungen und der Industrie ist unerlässlich. Nur so kann man die Eintrittsbarrieren für kleinere Anbieter senken und eine breitere Akzeptanz von KI-Technologien in der Landwirtschaft erreichen. Daher sind diese Entwicklungen nicht nur für die Landwirtschaft in Niederösterreich von Bedeutung, sondern könnten auch Impulse für internationale Ansätze geben.