In einer dringenden Maßnahme zur Verhinderung von Waldbränden hat die Bezirkshauptmannschaft Zwettl am 23. April 2026 eine sofort wirksame Verordnung erlassen. Diese basiert auf den gesetzlichen Grundlagen des § 41 Abs. 1 und § 170 Abs. 1 des österreichischen Forstgesetzes von 1975. Die Verordnung verbietet das Feuerentzünden und Rauchen in allen Waldgebieten sowie deren unmittelbaren Gefährdungsbereichen im Bezirk Zwettl. Diese Gefährdungsbereiche umfassen Zonen mit Bodenbewuchs, Trockenheit oder bestimmten Windverhältnissen, die das Übergreifen von Feuer begünstigen.
Die Maßnahme hat zum Ziel, Brände bereits im Entstehungsstadium zu verhindern und die wertvolle Waldsubstanz zu schützen. Waldeigentümer sind berechtigt, das Verbot auf ihren Flächen sichtbar zu kennzeichnen. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, muss mit Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro oder sogar mit bis zu vier Wochen Freiheitsentzug rechnen. Die Dringlichkeit dieser Situation wird durch die sofortige Inkraftsetzung der Verordnung unterstrichen. Die Bevölkerung wird eindringlich aufgefordert, sich an die Vorgaben zu halten und aktiv zur Vermeidung von Waldbränden beizutragen. Für weitere Informationen kann die vollständige Quelle auf MeinBezirk nachgelesen werden.
Hintergrund zur Waldbrandgefahr
Die Waldbrandgefahr in Österreich steigt zunehmend, insbesondere durch den Klimawandel, der längere Trockenperioden und Hitzewellen mit sich bringt. Im Jahr 2023 gab es bereits über 100 Waldbrände im ganzen Land, von denen etwa zehn auf Flächen der Bundesforste stattfanden. Tragischerweise werden rund 80 % dieser Brände durch menschliches Handeln verursacht, häufig durch weggeworfene Zigaretten. Es ist wichtig zu betonen, dass die Waldbrandgefahr nicht nur im Hochsommer, sondern auch im Frühling hoch ist, wenn der Boden trocken ist und der Austrieb fehlt.
Starker Wind trägt ebenfalls zur Ausbreitung von Feuer bei. So gab es im April 2023 in der Steiermark gleich drei zeitgleiche Waldbrände auf Bundesforste-Flächen, die insgesamt 110 Hektar Wald in Mitleidenschaft zogen. Die Zerstörung von Schutzwäldern erhöht zudem das Risiko für Naturgefahren wie Muren oder Steinschläge.
Vorsorgemaßnahmen der Österreichischen Bundesforste
Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) haben als Reaktion auf diese besorgniserregenden Entwicklungen ihre Vorsorgemaßnahmen intensiviert. Diese umfassen die Entwicklung artenreicher Mischwälder, um die Widerstandsfähigkeit gegen Brände zu erhöhen, sowie die Bewusstseinsbildung für Waldbesucher durch Kampagnen wie „#waldfairliebt“. Zudem wird eng mit Feuerwehren zusammengearbeitet, um die Effektivität der Brandbekämpfung zu verbessern.
Zu den praktischen Maßnahmen zählen auch Waldbrandübungen und Planspiele, die in allen ÖBf-Forstbetrieben durchgeführt werden. Ein Beispiel dafür ist eine Übung in Weißenkirchen, Wachau, bei der 50 Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen zur Brandbekämpfung trainierten. Ziel dieser Übungen ist es, forstliches Know-how mit der Expertise der Feuerwehr zu verknüpfen, um optimal auf Ernstfälle vorbereitet zu sein.
Die Brandentstehung ist stark von der Bodenfeuchtigkeit abhängig, wobei Nadelhölzer leichter brennen als Laubbäume. Um die Brandgefahr langfristig zu reduzieren, setzen die ÖBf auf eine angepasste Waldbewirtschaftung, die eine Durchmischung gefährdeter Waldgebiete mit Laubholz fördert. Dies trägt zur Stabilität der Humusschicht und zur Erhöhung der Bodenfeuchtigkeit bei.