Die letzten Tage waren für die Landwirte in Österreich ein wahres Wechselbad der Gefühle. Nach einer Phase drückender Hitze kam es zu heftigen Unwettern, die nicht nur für eine willkommene Abkühlung sorgten, sondern auch erhebliche Schäden in der Landwirtschaft hinterließen. Die befürchteten Unwetter mit Hagel und Sturm haben in mehreren Bundesländern ihre Spuren hinterlassen. Besonders betroffen sind die Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und Tirol, wo die Kulturen schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die Folgen sind verheerend: Über 4 Millionen Euro Gesamtschaden in der Landwirtschaft sind die bittere Bilanz. Besonders hart getroffen wurde das Grünland sowie die Anbauflächen für Mais, Soja, Raps und Getreide. Bereits laufende Erntezeiten, insbesondere bei Raps und ersten Getreidesorten, haben unter den extremen Wetterbedingungen gelitten. In Oberösterreich wurden insbesondere beim Mais dramatische Schäden festgestellt, was die Situation noch düsterer macht.

Regionale Schadensbilanz

Schauen wir uns die einzelnen Bundesländer genauer an. In der Steiermark sind die Bezirke Leoben, Liezen, Bruck-Mürzzuschlag und Murtal besonders betroffen. Hier beläuft sich der Gesamtschaden auf etwa 1,3 Millionen Euro. In Niederösterreich, wo die Bezirke Zwettl, Wiener Neustadt (Land) und Neunkirchen betroffen sind, summieren sich die Schäden auf etwa 1,1 Millionen Euro. Auch in Oberösterreich, wo alle Bezirke betroffen sind, wird ein Schaden von rund 750.000 Euro vermeldet. Im Burgenland, speziell im Bezirk Oberpullendorf, sind Schäden in Höhe von 600.000 Euro zu verzeichnen, und in Tirol, insbesondere im Bezirk Imst, belaufen sich die Schäden auf 350.000 Euro. Hier haben Gemüse, Obst, Grünland, Mais, Getreide und Kartoffeln stark gelitten.

Die Situation ist nicht nur lokal besorgniserregend, sondern spiegelt auch eine breitere Entwicklung wider. In den letzten Jahren hat der Klimawandel auch in der Landwirtschaft seine Schatten geworfen. Wetterextreme, wie sie jetzt in Österreich zu beobachten sind, wurden in Deutschland bereits seit Jahren dokumentiert. Eine Studie des GDV schätzte die jährlichen Ernteschäden durch Wetterrisiken in Deutschland zwischen 1990 und 2013 auf rund 510 Millionen Euro. Hierbei waren 54 % der Schäden auf Trockenheit und Dürre zurückzuführen, während Hagel und Sturm jeweils 26 % und 20 % ausmachten. Das lässt erahnen, dass die Landwirtschaft zunehmend unter den Launen der Natur leidet.

Klimawandel und seine Folgen

Die vermehrten Extremereignisse, die durch die Klimakrise bedingt sind, stellen die Landwirte vor enorme Herausforderungen. Die Möglichkeit, derartige Schäden zu versichern, ist oft begrenzt. Nur etwa 1 % der Ackerfläche in Deutschland war zwischen 2020 und 2022 gegen Dürre versichert. Die hohen Kosten für Versicherungen und Kumulrisiken wie Trockenheit oder Frost tragen dazu bei, dass Landwirte oft ungeschützt sind. In mehreren EU-Ländern wird mittlerweile staatlich unterstützt, um Mehrgefahrenversicherungen zu fördern, die einen breiteren Schutz bieten.

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In Deutschland wurden bereits 2020 erste Schritte unternommen, um Mehrgefahrenversicherungen im Obst- und Weinbau zu fördern. Bayern plant, im Jahr 2023 solche Versicherungen auch für Acker- und Grünlandflächen gegen Dürre zu unterstützen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Österreich könnte dies ein Modell sein, das auch hier Anwendung finden sollte.

Die Notwendigkeit von Klimaanpassungen wird immer deutlicher. Der Bund, in Zusammenarbeit mit den Ländern, bietet Unterstützung, um den betroffenen Betrieben zu helfen. Es wird nicht nur Direktzahlungen geben, sondern auch Maßnahmen zur Krisenbewältigung. Die Anpassung an die sich verändernden Wetterbedingungen ist unumgänglich und Schutzmechanismen wie Ernteversicherungen können zur Resilienz der Landwirtschaft beitragen.

Die aktuellen Ereignisse und die damit verbundenen Schäden sind ein klarer Weckruf. Die Landwirtschaft muss sich auf die neuen Herausforderungen einstellen, um die Erträge nachhaltig zu sichern. Für die betroffenen Landwirte bleibt zu hoffen, dass die Unterstützung schnell und unbürokratisch erfolgt, damit sie nach diesen Naturereignissen wieder Fuß fassen können.

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