Am 1. Mai 2026 haben die Volksschulkinder der 3. Klasse der Privat-Volksschule einen spannenden Ausflug ins Zwettler Stadtamt unternommen. Unter der Leitung ihrer Klassenlehrerin Gabrielle Steininger durften die Schülerinnen und Schüler hinter die Kulissen der kommunalen Verwaltung blicken. Barbara Haider, eine Mitarbeiterin des Stadtamts, führte die Gruppe mit viel Engagement durch die verschiedenen Bereiche und erklärte, welche Aufgaben Bürgermeister und Gemeinderat in der Stadt erfüllen.
Die Kinder waren sichtlich begeistert und hatten zahlreiche Fragen, die der Bürgermeister im Büro geduldig beantwortete. Es war offensichtlich, dass die Kleinen ein großes Interesse an der Politik ihrer Gemeinde haben. Im großen Sitzungssaal, einem Ort, der normalerweise den Erwachsenen vorbehalten ist, durften sie sogar selbst aktiv werden – sie wählten einen Bürgermeister und zwei Vizebürgermeister. Das Ergebnis war überraschend: Katharina Windisch wurde zur Bürgermeisterin gewählt, während Neeka-Joleen Past und Noe Steininger die Positionen der Vizebürgermeister einnahmen.
Einblicke in die Kommunalpolitik
Der Besuch dieser jungen Menschen im Stadtamt ist eine wunderbare Gelegenheit, um ihnen die Grundlagen der Kommunalpolitik näherzubringen. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich aktiv mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Die Gemeinde ist nicht nur ein Lebensraum, sondern auch ein Ort, an dem junge Menschen ihre Stimme erheben und ihre Bedürfnisse einbringen können. Durch solche Aktivitäten wird Demokratie erlebbar, und die Jugendlichen können ein Gefühl für Selbstwirksamkeit entwickeln.
Die Einbeziehung junger Menschen in politische Prozesse ist von großer Bedeutung. Sie kennen ihre eigenen Bedürfnisse am besten und sollten daher auch in der Lage sein, diese in die politische Diskussion einzubringen. Kommunalpolitische Beteiligung ermöglicht es ihnen, Verantwortung zu übernehmen und an der Gestaltung ihrer Gemeinde aktiv mitzuwirken. Es ist eine Art der politischen Erziehung, die ohne Parteibindung auskommt und somit einen neutralen Raum für Diskussionen schafft.
Der Jugendgemeinderat als wichtige Institution
In vielen Gemeinden, wie auch in Zwettl, gibt es den Jugendgemeinderat (JGR), der speziell für die Interessen von Jugendlichen eingerichtet wurde. Dieser überparteiliche Gremium ermöglicht es den jungen Menschen, ihre Anliegen direkt an die kommunalen Entscheidungsträger zu richten. Die Mitglieder des JGR sind ehrenamtlich tätig und repräsentieren die Stimmen ihrer Altersgenossen, was ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Einfluss verleiht. Die Möglichkeit, aktiv an Wahlen teilzunehmen, fördert nicht nur das politische Interesse, sondern auch die soziale Verantwortung.
Die Gemeindeordnung für Baden-Württemberg erlaubt es, solche Gremien einzurichten, und es ist erfreulich zu sehen, dass auch in Österreich ähnliche Bestrebungen bestehen. Der JGR kann ganz unterschiedlich strukturiert sein, je nach Größe der Gemeinde und den Bedürfnissen der Jugendlichen. Insgesamt wird durch solche Initiativen den jungen Bürgern die Chance gegeben, ihre demokratischen Rechte zu verstehen und zu erleben – eine wertvolle Erfahrung, die sie sicherlich ein Leben lang begleiten wird.