Heute ist der 15.06.2026, und in Zwettl gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Welt der Wirtschaft und Kultur. Im Rahmen des monatlichen Businessfrühstücks von Frau in der Wirtschaft Zwettl, das im gemütlichen Maxwell’s stattfand, gab es einen besonderen Einblick in ein spannendes Regionalprojekt. Barbara Calas-Reiberger stellte die Vision hinter „die Textilfabrik Hirschbach“ vor, die darauf abzielt, eine ehemalige Strickwarenfabrik im Waldviertel wiederzubeleben. Es handelt sich um ein historisches Gebäude, das nicht nur als Produktionsstätte diente, sondern auch Wohnräume, Stall und Scheunen beherbergte. Die Idee ist, diesen Ort zu einem Zentrum für Kultur, Veranstaltungen und kreatives Arbeiten umzugestalten. Die Teilnehmerinnen des Frühstücks waren sichtlich beeindruckt von der Verbindung von Tradition und neuen Nutzungsmöglichkeiten.

Das Gebäude, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde vor dem Ersten Weltkrieg aufgestockt und diente ursprünglich als Genossenschaftsgebäude für Heimweber. Die Infrastruktur war so gestaltet, dass sie Stabilität im Wettbewerb der Heimweberei bieten sollte, doch die Konkurrenz war zu groß, und die Dynamik im Textilbereich stellte sich als problematisch heraus. Nach über 150 Jahren und mehreren Besitzerwechseln ist die Bausubstanz nach wie vor in einem passablen Zustand. Die Idee, diesen historischen Ort wiederzubeleben, kommt also nicht von ungefähr. Am 23. September 1966 schloss die Strickwarenfabrik, die zuletzt Socken und Handschuhe für das österreichische Heer produzierte, ihre Pforten.

Ein Ort der Vernetzung und Innovation

Das Businessfrühstück bot nicht nur eine Plattform für Präsentationen, sondern auch für Vernetzung und den Austausch neuer Impulse. Die Teilnehmerinnen konnten sich über innovative Projekte informieren und ihre eigenen Ideen teilen. Ein weiterer spannender Aspekt des Treffens war die offizielle Eröffnung des neuen Bürogebäudes der Correcta Steuerberatung GmbH & Co KG, die nach knapp 80 Jahren in ein modernes Umfeld in der Anton Gareis-Straße 14 übersiedeln. Dieser Umzug stellt einen strategischen Meilenstein in der Entwicklung der Kanzlei dar und zeigt, dass die Region in Bewegung ist.

Die Textilfabrik Hirschbach könnte bald ein ähnliches Schicksal erlangen wie die ehemalige „k.k. privilegierte Modewarenfabrik Hackl & Söhne“ in Weitra, die von 1843 bis 1906 aktiv war und heute als Textilmuseum geführt wird. Hier werden die alten Maschinen und die Technik der Weberei sowie der sozialen Gegensätze zwischen Arbeitern und Fabrikantenfamilien thematisiert. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Geschichte der Textilindustrie in der Region entwickelt hat und wie alte Traditionen mit neuen Ideen verknüpft werden können. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen im Museum halten das kulturelle Erbe lebendig und zeigen die Entwicklung der Stilrichtungen bis in die Zeit des Jugendstils.

Insgesamt zeigt sich, dass die Wiederbelebung der Textilfabrik Hirschbach nicht nur ein lokales Projekt ist, sondern einen Teil der lebendigen Geschichte der Textilindustrie in Österreich widerspiegelt. Es bleibt spannend, wie sich dieses Vorhaben entwickeln wird und welche kreativen Impulse daraus hervorgehen können.

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