In der Welt der Logistik tut sich einiges, und das hat vor allem mit dem immer weiter steigenden Strombedarf zu tun. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University, die im Auftrag des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik erstellt wurde, wird der jährliche Strombedarf der Logistikbranche bis 2045 auf unglaubliche 186 Terawattstunden (TWh) ansteigen. Das ist mehr als eine Verdreifachung im Vergleich zu den heutigen 21 TWh! Besonders bemerkenswert ist, dass rund 84 Prozent dieses Bedarfs auf den Straßengüterverkehr entfallen. Wer hätte gedacht, dass die Logistik im Jahr 2035 mehr Strom benötigen könnte als die gesamte Stahl- und Chemieindustrie zusammen?

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Logistikbranche nicht nur zu einem der größten Stromverbraucher in Deutschland werden könnte, sondern auch in direkter Konkurrenz zu anderen energieintensiven Industrien tritt. Der Bedarf an Strom wird sich bis 2035 auf über 109 TWh belaufen. Das ist mehr als viermal so viel wie der Bedarf der Stahlindustrie! Die Herausforderungen sind vielfältig: Photovoltaikanlagen auf Logistikdächern können zwar einen Teil des Bedarfs decken, aber selbst im besten Fall wird diese Art der Stromerzeugung nur etwa 11% des Gesamtbedarfs bis 2045 abdecken können. Die Anlagen produzieren hauptsächlich tagsüber, während die E-Lkw oft nachts geladen werden müssen. Hier ist also ein gewaltiger Bedarf an zusätzlichen Batteriespeichern oder Netzkapazitäten gefragt.

Die Energiewende der Logistik

Die Prognosen sprechen von Lastspitzen bis zu 57 Gigawatt, was 70% der heutigen deutschen Systemspitze entspricht. Das ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Frage der Energiepolitik. Der DSLV fordert eine stärkere Berücksichtigung der Logistikbranche in der Energiepolitik, um die Transformation des Güterverkehrs zu bewältigen. Es ist klar: Die Logistik wird nicht nur auf Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur fokussiert sein, sondern auch auf eine zuverlässige Stromversorgung und leistungsfähige Netzkapazitäten angewiesen sein.

Die Logistikimmobilien – das sind Distributionszentren, Cross-Docks und Kühlhäuser – werden bis 2045 voraussichtlich 22,3 TWh Strom benötigen. Dazu kommt der Schienengüterverkehr mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,8 TWh. Wenn man das alles zusammenzählt, wird die Logistikbranche etwa 14 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs beanspruchen. Das bedeutet, dass sich die Branche nicht nur um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern muss, sondern auch darum, wie sie mit anderen Sektoren um die verfügbare Energie konkurrieren kann.

Eine integrierte Energieversorgung wird also unerlässlich. Logistikimmobilien sollen sich zu multifunktionalen Infrastrukturen entwickeln, die helfen, Lastspitzen zu glätten und die Energieversorgung unabhängiger zu gestalten. Natürlich ist das nicht ohne Herausforderungen, denn die Leistungsfähigkeit der Netze und die erzielbaren Strompreise sind entscheidend für die Antriebswende in der Logistik. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren entfalten werden und welche Lösungen gefunden werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

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