Am vergangenen Sonntag wurde die Käserei Höflmaier aus Lochen am See mit einem besonderen Preis ausgezeichnet. In der Kalk&Kegel-Liste, die erstmals die besten Lebensmittel-Produzenten Österreichs auflistet, gehört sie zu den 102 landwirtschaftlichen Betrieben aus allen Bundesländern, die diesen Titel tragen dürfen. Die Auszeichnung fand in einem stilvollen Ambiente im „Gleis//Garten“ in Wien statt, und es war einfach beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen die handwerkliche Landwirtschaft wertschätzen.

Die Auswahl dieser Produzenten war keine geringe Aufgabe. Rund 100 Spitzenköche aus allen Bundesländern haben ihre Expertise eingebracht, um die Besten der Besten zu küren. Bewertet wurden die Betriebe nach Kriterien wie höchste Produktqualität, nachhaltiger Umgang mit Böden und Ressourcen, respektvoller Umgang mit Tieren und Wertschätzung gegenüber Menschen. Es geht nicht nur um den Geschmack, sondern auch um die Philosophie der Produktion.

Nachhaltigkeit im Fokus

Ein zentrales Thema, das uns alle betrifft, ist die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion. Die Herstellung von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten hat große Umweltwirkungen. Fragen zur umweltfreundlichsten Anbauform und den ökologischen Vorteilen von Lebensmitteln sind aktueller denn je. Man denkt oft nicht daran, dass auch weggeworfene Lebensmittel und Verpackungen einen Einfluss auf unsere Umwelt haben können. Die Ökobilanz bietet hier eine wertvolle Hilfestellung, um Produkte über ihren gesamten Lebensweg zu betrachten.

Mit speziellen Modellen und Softwarelösungen im Agrarsektor können wir die gesamte Wertschöpfungskette von der Saatguterstellung bis zur Lagerung analysieren. Das ist wichtig, denn die Art der genutzten Flächen beeinflusst nicht nur die Bewirtschaftungsintensität, sondern auch den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. Und das alles hat Konsequenzen für unsere Umwelt. Wenn man bedenkt, dass 26,2 % der landwirtschaftlichen Fläche in Österreich ökologisch bewirtschaftet sind – im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 8,3 % – zeigt das, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind.

Herausforderungen und Fortschritte

Doch die österreichische Landwirtschaft steht vor Herausforderungen. Trotz der Fortschritte in der Nachhaltigkeit ist der Verlust landwirtschaftlich nutzbarer Fläche durch Bebauung und Versiegelung ein Thema, das uns alle angeht. Das Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2030 auf 2,5 Hektar pro Tag zu reduzieren, ist noch nicht erreicht. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche nimmt ab, was die Versorgungssicherheit gefährden könnte.

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Im internationalen Vergleich ist die österreichische Landwirtschaft relativ umweltfreundlich. Die Treibhausgasemissionen des Agrarsektors sind im Vergleich zu vielen anderen Ländern niedrig, mit 2,18 kg CO₂-Äquivalenten pro Euro Bruttowertschöpfung zwischen 2020 und 2022, was eine Verbesserung darstellt. Dennoch muss die Branche die ökologische Nachhaltigkeit mit der wachsenden Nachfrage nach Lebensmitteln in Einklang bringen.

Wie wichtig die soziale Dimension der Nachhaltigkeit ist, zeigt sich auch bei den Betriebsleiter:innen in der Landwirtschaft. Rund 55 % von ihnen haben eine Ausbildung in diesem Bereich – das ist über dem EU-Durchschnitt. Ein Professionalisierungstrend unter der jüngeren Generation unterstützt die nachhaltige Entwicklung des Agrarsektors und lässt uns hoffen, dass auch in Zukunft handwerkliche Produkte von hoher Qualität produziert werden.

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