Im Krankenhaus St. Josef in Braunau tut sich Spannendes in der Geburtshilfe! Ein engagiertes Team aus Ärztinnen und Hebammen hat kürzlich eine spezialisierte Ausbildung in Hannover absolviert, um die Sicherheit bei Geburten zu erhöhen. Denn, wie wir alle wissen, ist jede Geburt ein einzigartiges, manchmal auch herausforderndes Erlebnis. Die vier Mitarbeiterinnen der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe – Tanja John, Gisselle Umana, Andrea Blum und Astrid Pötzelsberger – haben mit dem PROMPT-Training, was für „Practical Obstetric Multi-Professional Training“ steht, ihre Ausbildung zur Trainerin abgeschlossen. Das Ziel ist klar: Ein international anerkanntes Trainingskonzept vor Ort anzuwenden und weiterzugeben. Mehr dazu hier.
Besonders beeindruckend ist der Fokus auf realitätsnahe Simulationen kritischer Situationen wie Schulterdystokie oder Vakuumextraktion. Das klingt vielleicht etwas technisch, aber letztlich geht es darum, in stressigen Momenten die Nerven zu bewahren und präzise zu handeln. Abteilungsleiter Gottfried Hasenöhrl hebt die Bedeutung der Qualitätssicherung in der Geburtshilfe hervor. Teamarbeit, klare Kommunikation und festgelegte Rollen sind entscheidend, um im Notfall erfolgreich zu sein. Und das nicht nur im Kreißsaal, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit Anästhesie und Pädiatrie. Ein Blick in einen anderen Kreißsaal hat wertvolle Impulse geliefert und das hohe Niveau der Abläufe in Braunau bestätigt.
Regelmäßige Notfalltrainings
Die Ausbildung der vier Mitarbeiterinnen legt das Fundament für regelmäßige Notfalltrainings im Krankenhaus. Ergänzende Trainings sollen nicht nur die Patientensicherheit erhöhen, sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken. Das ist besonders wichtig, denn in der Geburtshilfe kann es schnell zu unerwarteten Situationen kommen, die schnelles Handeln erfordern. Hierbei ist die interdisziplinäre Unterstützung von Geburtshelfern, Hebammen, Anästhesisten und Transfusionsmedizinern unerlässlich.
In diesem Kontext ist das Buch „Notfallsituationen in der Geburtshilfe“, herausgegeben von Thomas Römer und Andreas D. Ebert, ein wertvoller Begleiter für Fachleute. Es bietet umfassende Informationen über schwere peripartale Blutungen und deren Behandlung. Wusstet ihr, dass 24% der peripartalen mütterlichen Todesfälle durch diese Blutungen verursacht werden? Das Buch behandelt auch wichtige Themen wie die Versorgung bewusstseinsgetrübter Patientinnen nach der ABC-Regel und die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit. Hier gibt’s mehr Informationen dazu.
Wertvolle Informationen für den Kreißsaal
Die 28 Abbildungen und 20 Tabellen im Buch bieten zusätzliche visuelle Unterstützung, die bei der Schulung in Notfallsituationen im Kreißsaal äußerst hilfreich sein kann. Es ist nicht nur ein theoretisches Werk, sondern bietet auch praktische Ansätze zum Management von Notfällen. Die Inhalte reichen von den physiologischen Veränderungen im Gerinnungssystem während der Schwangerschaft bis hin zu konkreten Notfallplänen, die Ärzten und Hebammen in Krisensituationen zur Seite stehen.
Solche Aus- und Weiterbildungen sind der Schlüssel zur Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung. Schließlich geht es um das Wohl von Müttern und Neugeborenen, und dafür ist jede Vorbereitung, jedes Training und jede Schulung von großer Bedeutung. Wenn die Abläufe im Kreißsaal stimmen, können wir alle etwas entspannter auf das Warten auf den neuen Erdenbürger schauen.