Am Sonntag, den 17. Mai, wird im Braunauer Heimatmuseum in Forchheim die Sonderausstellung „Tempus fugit II – Die Dientzenhofer-Kirchengruppe von Braunau / Broumov“ eröffnet. Die Ausstellung verspricht, ein echtes Highlight für alle Kunst- und Geschichtsliebhaber zu werden. Um 11 Uhr geht es los, und die Besucher können sich auf eine beeindruckende Sammlung von zehn barocken Kirchen freuen, die zwischen 1709 und 1743 im Braunauer Ländchen, im Nordosten Tschechiens, errichtet wurden. Diese Kirchen, die unter der Leitung von Abt Otmar Zinke aus der Benediktinerabtei Braunau entstanden sind, gelten als herausragende Barockperlen.
Die Entwürfe stammen von den bekannten Baumeistern Christoph und Kilian Ignaz Dientzenhofer, die mit ihrer Architektur die Region nachhaltig prägten. Interessanterweise sind die Dientzenhofer-Brüder, deren Geschichte in dieser Ausstellung beleuchtet wird, ein faszinierendes Kapitel der barocken Architektur. Während die Kirchen selbst in der Ausstellung im Vordergrund stehen, wird auch die Bedeutung der Dientzenhofer-Familie für die Baukunst in Böhmen und darüber hinaus thematisiert.
Einblicke in die Dientzenhofer-Geschichte
Die Dientzenhofer-Brüder – Georg, Wolfgang, Christoph, Leonhard und Johann – haben über einen Zeitraum von etwa 70 Jahren die barocke Architektur in verschiedenen Regionen, darunter Böhmen, Franken und Bayern, maßgeblich beeinflusst. Georg Dientzenhofer, der Vater der Baumeister, wurde 1614 auf dem Einödhof „Gundelsberg“ geboren, der in der Nähe von Bad Feilnbach liegt. Seine Kinder wuchsen in bescheidenen Verhältnissen auf, und es ist interessant zu wissen, dass sie alle vermutlich die Schule in Flintsbach besuchten. Das Elternhaus konnte die große Familie nicht ernähren, was dazu führte, dass die Kinder in jungen Jahren das Haus verließen, um ihren eigenen Weg zu gehen.
Zur Eröffnung der Ausstellung werden Erik Buchholz, der Heimatkreisbetreuer, und Martin Lanži, Pfarrer und Dekan, sprechen. Außerdem werden neue Fotografien von Dano Veselský präsentiert, die die Schönheit der Kirchen und die Fortschritte bei der Bewahrung dieser architektonischen Schätze dokumentieren. Diese Fotografien dürften die Besucher sicher begeistern und einen weiteren Blick auf die Bedeutung dieser Kirchen werfen.
Ein Teil der Gemeinschaft
Die Eröffnung der Ausstellung fällt auf den Internationalen Museumstag, an dem der Heimatkreis Braunau aktiv mitwirkt. Forchheim ist seit 1955 die Patenstadt der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Braunauer, was die Verbundenheit zwischen diesen beiden Städten unterstreicht. Die Städtepartnerschaft, die mittlerweile über 20 Jahre besteht, wird durch solche Veranstaltungen weiter gestärkt.
Die Ausstellung wird bis Ende Juli geöffnet sein, mittwochs von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung. Wer an einem Besuch interessiert ist, kann sich unter der Telefonnummer 09191/64563 (nur Mittwoch) oder per E-Mail an heimatmuseum@heimatkreis-braunau.de melden. Weitere Informationen sind auch auf der Website des Heimatkreises Braunau zu finden. Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen, denn die Dientzenhofer-Kirchen erzählen eine Geschichte von Kunst, Glauben und der Verbindung zwischen Menschen und Orten.