Schließung der Sichtbar in Grieskirchen: Ein weiteres Opfer der Gastronomiekrise
Die Nachrichten aus Grieskirchen sind nicht gerade erfreulich. Am 7. Juli 2023 wurde die sofortige Schließung der Sichtbar bekannt gegeben. Betreiber Marcel Märzinger ließ es sich nicht nehmen, seine Gedanken in einem Instagram-Post sowie auf Facebook mit seinen Gästen und Fans zu teilen. Sechs Jahre lang war die Sichtbar ein beliebter Treffpunkt im Stadtkern, ein Ort, an dem sich Menschen trafen, um zu plaudern, zu lachen und eine gute Zeit zu verbringen. Doch nun verabschieden sich die Betreiber von ihrem Publikum und hinterlassen eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Was genau zu dieser plötzlichen Schließung geführt hat, bleibt bislang ein Rätsel – die Gründe sind unbekannt.
Die Sichtbar wird nicht die einzige Gastronomie sein, die in den letzten Jahren schließen musste. Die Gastronomie hat in Österreich und darüber hinaus mit einem regelrechten Exodus zu kämpfen. Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat im Jahr 2023 jedes zehnte Unternehmen in der Gastronomie aufgegeben. Insgesamt haben seit 2020 etwa 48.000 Betriebe die Pforten geschlossen, und die Zahl der Insolvenzen ist alarmierend angestiegen. Besonders junge Unternehmen, die maximal fünf Jahre alt sind, sind von dieser Krise betroffen. Es ist eine bittere Realität, die viele Gastronomen in den letzten Jahren miterleben mussten.
Ein Blick auf die Branche
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind alles andere als rosig. Die Gastronomie leidet unter den Nachwirkungen von Corona und der steigenden Inflation. Im Jahr 2023 liegen die preisbereinigten Umsätze und Erträge unter dem Stand von 2019 – ein Rückgang von fast 13 Prozent. Und als ob das nicht schon genug wäre, wird die Situation durch die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen auf 19 Prozent ab Januar 2024 weiter verschärft. Vor der Pandemie lag dieser Satz zeitweise bei nur 7 Prozent, was die Branche während der Lockdowns etwas entlastet hat.
Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA, beschreibt die Lage als „bitter“. Höhere Kosten und Personalmangel setzen den Gastronomen zu. Besonders betroffen sind Caterer und Verpflegungsdienstleister, die einen Anstieg von 67 Prozent bei den Insolvenzen verzeichneten. 88 Prozent der Insolvenzen betreffen Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern. Diese Entwicklungen sind alarmierend und werfen einen Schatten auf die Zukunft der Gastronomie.
Es ist unklar, wie viele Betriebe noch um ihre Existenz kämpfen müssen. Experten schätzen, dass Ende 2024 mehr als 15.000 Gastronomiebetriebe in Deutschland insolvenzgefährdet sein könnten. Die Schließung der Sichtbar in Grieskirchen ist nur ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Für viele bleibt der Traum vom eigenen Lokal unerfüllt und die Frage, wie es weitergeht, drängt sich auf.
In Grieskirchen bleibt nun zu hoffen, dass neue Konzepte und Ideen den Weg in die Stadt finden, um die gastronomische Vielfalt zu erhalten. Die Sichtbar wird fehlen – aber vielleicht gibt es ja bald neue, aufregende Projekte, die frischen Wind in die Szene bringen. Es bleibt spannend!
Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie in dem Artikel von MeinBezirk sowie in der Analyse von Tagesschau.
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