Bezirksversammlung des Pensionistenverbandes in Sandl: Positive Entwicklungen und wichtige Herausforderungen für Senioren
Am vergangenen Wochenende fand die Bezirksversammlung des Pensionistenverbandes in Sandl statt, und es war ein echtes Highlight für die rund 100 Gäste, die sich versammelt hatten. Die Atmosphäre war freundlich und voller Vorfreude, als Emmerich Hiesl die Versammlung mit einer beeindruckenden Trompetenfanfare eröffnete. Es war ein schöner Moment, der die Anwesenden mit einem Lächeln begrüßte. Bezirksvorsitzender Hans Affenzeller hatte dann die Ehre, über die erfreuliche Mitgliederentwicklung zu berichten. Ende März 2023 zählte der Verband 3.407 Mitglieder – das sind über 300 mehr als im Jahr 2012, als gerade einmal 3.064 Mitglieder registriert waren. Ein klarer Beweis für die positive Entwicklung der letzten Jahre! Affenzeller bedankte sich herzlich bei den Ortsgruppen für ihren Beitrag zu diesem Erfolg.
Die Versammlung behandelte wichtige seniorenpolitische Themen, und die Herren Affenzeller und Hiesl hatten prominente Referenten eingeladen: Landesrat Martin Winkler und der PVÖ-Landespräsident Norbert Höpoltseder. Winkler sprach dabei über die Bedeutung von Investitionen in die Wirtschaft und erneuerbare Energien, ein Thema, das auch für die ältere Generation von großer Relevanz ist. Höpoltseder hingegen beleuchtete die Herausforderungen, die ältere Menschen heutzutage bewältigen müssen. Altersarmut, Einsamkeit und Diskriminierung älterer Menschen sind Themen, die nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland von Bedeutung sind.
Altersarmut und soziale Isolation
Ein Blick über die Grenze zeigt, dass die Lebensrealität älterer Menschen in Deutschland ebenfalls stark von Altersarmut und sozialer Isolation geprägt ist. Der neunte Altersbericht der Bundesregierung verdeutlicht, dass die Armutsrisikoquote für Menschen über 65 Jahre im Jahr 2021 bei 28,1 % lag – und insbesondere Frauen sind betroffen. Jene Frauen, die oft aufgrund unterbrochener Erwerbsbiografien oder Teilzeitarbeit in Einkommensarmut leben, sind besonders vulnerabel. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, auf über 719.000, was einen Anstieg um etwa 35.000 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um dem entgegenzuwirken, wie die Erhöhung des Mindestlohns und die Pflicht zur Altersvorsorge für Selbstständige.
Die Herausforderungen sind also vielfältig. Der Bedarf an Pflegeleistungen wächst, während das Fachkräfteangebot begrenzt ist. Viele ältere Menschen leiden unter Einsamkeit und sozialer Isolation, was sich negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt. Dies ist ein Thema, das auch in Sandl diskutiert wurde und sicherlich auch viele der Anwesenden berührt hat.
Vorbeugung von Einsamkeit
Das Bundesfamilienministerium hat ein Modellprogramm ins Leben gerufen, das den Fokus auf die Teilhabe älterer Menschen legt. Das Ziel ist klar: Einsamkeit und soziale Isolation im Alter entgegenzuwirken. Besonders die Babyboomer-Generation, die jährlich in Scharen das Renteneintrittsalter erreicht, ist häufig alleinlebend und könnte von solchen Programmen profitieren. Die COVID-19-Pandemie hat die Situation für viele ältere Menschen noch verschärft, weshalb es umso wichtiger ist, nachhaltige Strukturen für die soziale Arbeit mit älteren Menschen aufzubauen.
Das Programm, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds unterstützt wird, zielt darauf ab, niedrigschwellige Unterstützungsangebote in den Bereichen Bildung, Beratung, Kommunikation und Freizeit zu schaffen. Hierbei spielt die Stärkung des regionalen Netzwerks und des freiwilligen Engagements eine zentrale Rolle. Es ist eine große Chance für Gemeinden, sich aktiv für ihre älteren Bürger einzusetzen und ihnen ein erfüllteres Leben zu ermöglichen.
Die einstimmige Neuwahl des Vorstandes in Sandl, zu dem auch neue Mitglieder wie Elisabeth Steinmetz und Ingeborg Schwandner gehören, zeigt, dass der Pensionistenverband bereit ist, sich den Herausforderungen zu stellen und aktiv zu werden. Mit einem humorvollen Beitrag der Ortsgruppe Kefermarkt fand die Versammlung schließlich ihren Abschluss und hinterließ ein Gefühl der Zuversicht und des Zusammenhalts.
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