Am 5. Juni war im Rotkreuz-Markt in Hagenberg ein ganz besonderes Event: Spitzenköche standen am Herd und zauberten köstliches Erdäpfelgulasch für Menschen mit geringem Einkommen. Die beiden Küchenmeister, Elisabeth Grabmer und Philip Rachinger, waren vor Ort und verteilten die Speisen persönlich. Ein echter Hingucker, denn sie brachten nicht nur ihre Kochkünste mit, sondern auch das Herz am rechten Fleck. Diese Initiative stand ganz im Zeichen der steigenden Lebenshaltungskosten und der wachsenden Armut in Oberösterreich. In Österreich sind derzeit 1,69 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, während 261.000 in absoluter Armut leben – eine alarmierende Zahl, die zum Nachdenken anregt.

Philip Rachinger, ein engagierter Koch, sprach darüber, wie wichtig das Kochen für die Menschlichkeit und Unterstützung ist. Elisabeth Grabmer betonte, dass eine warme Mahlzeit nicht nur satt macht, sondern auch ein Zeichen der Fürsorge und Solidarität ist. Der Rotkreuz-Markt in Hagenberg ist dabei mehr als nur ein Ort, um Lebensmittel zu kaufen. Hier werden jährlich rund 740 Tonnen genussfähige Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt. Die Freiwilligen sortieren und bereiten alles liebevoll auf, damit Menschen in Not Unterstützung finden. Es sind Orte der Begegnung, wo Wertschätzung und gegenseitige Hilfe großgeschrieben werden.

Die Initiative „Herz am Herd“ und ihre Bedeutung

Die Kochaktion ist Teil der Initiative „Herz am Herd“, die 2026 von Clemens Strobl und dem Österreichischen Roten Kreuz ins Leben gerufen wurde. Diese Initiative hat das Ziel, das Thema Armut und Lebensmittelversorgung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. In ganz Österreich engagieren sich 18 Spitzenköche bei zehn Veranstaltungen. Der Reinerlös dieser Events kommt den Team Österreich Tafel und den Rotkreuz-Märkten zugute. So wird nicht nur gekocht, sondern auch aktiv geholfen.

Die Auftaktveranstaltung fand in Wien statt, gefolgt von weiteren Events in verschiedenen Bundesländern. In Oberösterreich war Hagenberg der Schauplatz – ein wichtiger Schritt, um mehr Menschen zu erreichen. Aber das ist erst der Anfang! Der Abschluss der Initiative wird mit einem Charity-Event am 29. Juni auf dem Gut Wagram in Mitterstockstall gefeiert. Sponsoren wie Raiffeisen, Spar Österreich und BMW Österreich unterstützen das Ganze, was zeigt, dass viele bereit sind, einen Beitrag zu leisten.

Die Realität in Österreich

Die traurige Realität in Österreich ist, dass 18,6% der Bevölkerung armuts- oder ausgrenzungsgefährdet sind. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Messungen durch Statistik Austria. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder, die oft unter den Folgen von Schicksalsschlägen wie Krankheiten oder Jobverlust leiden müssen. Diese Situation verdeutlicht, wie wichtig es ist, Initiativen wie „Herz am Herd“ und die Team Österreich Tafel weiter zu fördern.

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Alina Veith vom Roten Kreuz hebt hervor, dass in Wien im vergangenen Jahr über 266 Tonnen Lebensmittel ausgegeben wurden. Das sind nicht nur Zahlen, sondern Schicksale von Menschen, die es nötig haben. Wenn wir uns die Situation vor Augen führen, wird klar, wie entscheidend es ist, gemeinsam aktiv zu werden und Unterstützung zu leisten. Jeder kann einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation leisten, sei es durch ehrenamtliche Arbeit oder durch Spenden.

Die Kochaktion in Hagenberg war ein Schritt in die richtige Richtung, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und den betroffenen Menschen ein Stückchen Lebensqualität zurückzugeben. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiterhin bestehen und wachsen – denn jeder hat ein Recht auf eine warme Mahlzeit und ein bisschen Menschlichkeit.