In Oberösterreich wird das Kulturjahr 2026 ein ganz besonderes Licht auf die Geschichte werfen. Es steht ganz im Zeichen des 400-jährigen Jubiläums des Bauernkriegs, der auch Freistadt stark betroffen hat. In diesem Jahr wird die historische Auseinandersetzung nicht nur in Geschichtsbüchern behandelt, sondern auch durch verschiedene Veranstaltungen lebendig gemacht. Ein Highlight wird am Samstag, dem 9. Mai, ein Sonderpostamt im Hotel Goldener Hirsch, Böhmergasse 8, 4240 Freistadt sein, das von 9 bis 12 Uhr geöffnet ist. Hier gibt es die Möglichkeit, mit speziellen Briefmarken und anderen Sammlerstücken in die Geschichte einzutauchen.
Besucher dürfen sich auf eine personalisierte Marke, den ME3 Block, ein Schmuckkuvert mit Marke und Sonderstempel sowie ein Erinnerungsblatt im A4-Format freuen. Die Besonderheit des ME3 Blocks ist, dass er auch als Erinnerungsblatt A4 mit einem Sonderstempel erhältlich ist. Wer sich näher über die Angebote informieren oder eine Bestellung aufgeben möchte, findet weitere Informationen sowie die Bestellliste auf www.psr-freistadt.at.
Historischer Kontext und Angebot
Die Geschichte von Freistadt ist eng mit dem Bauernkrieg verbunden. Im Jahr 1626 wurde die Stadt von über 5000 aufständischen Bauern belagert und schließlich Anfang Juli eingenommen. Die Kämpfe fanden hauptsächlich rund um das Bühmertor und das Habsburger Schloss statt. So zogen sich die Bauern hinter die Friedhofsmauer des Klosters zurück und beschossen die kaiserlichen Truppen. Mitte August eroberten diese die Stadt zurück. Der Block, der im Rahmen des Sonderpostamtes angeboten wird, zeigt eindrucksvoll das Bühmertor und das Schloss, wo die meisten Kämpfe stattfanden.
Zusätzlich gibt es ein Belegprogramm des Sonderpostamts in Pram, welches vom IBSV Ried in Innkreis organisiert wird. Hier können Sammler unter anderem ein blanko Schmuckkuvert für € 1,00, eine personalisierte Briefmarke „Achaz Willinger“ für € 3,00 sowie einen ME3-Block für € 10,00 erwerben. Besonders interessant ist die linke Einzelmarke aus dem Block „Schlacht am Schulterberg“, die ebenfalls für € 3,00 angeboten wird. Wer das komplette Paket möchte, kann ein Gedenkblatt mit ME3-Block, zwei personalisierten Marken und Sonderstempeln für € 17,00 bekommen.
Kulturelle Einbettung und weitere Veranstaltungen
Die „Communale OÖ“ wird ab April bis November 2026 zahlreiche Veranstaltungen rund um den Bauernkrieg ausrichten. Über 27 Orte in Oberösterreich werden in das Programm einbezogen, das circa 130 Projekte umfasst. Theater, Performance, Literatur und zeitgenössische Kunst stehen auf der Agenda, um eine Brücke zwischen der Geschichte und der heutigen Zeit zu schlagen. Landeshauptmann Thomas Stelzer hebt hervor, wie wichtig es ist, den Bauernkrieg und seine Auswirkungen auch 400 Jahre später zu verstehen. Ein Fixpunkt der Veranstaltung wird die Ausstellung „Bauernkrieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion“ im Schlossmuseum Linz sein, die am 8. Mai eröffnet wird.
Die Ausstellung wird sich mit dem Mangel an originalen Zeugnissen der Bauern auseinandersetzen. Denn viele Informationen stammen aus Berichten von Adel und Kirche, während die Stimmen der Bauern selbst oft fehlen. Alfred Weidinger von der OÖ Landes-Kultur GmbH spricht von der Notwendigkeit, das Wissen über den Bauernkrieg neu zu betrachten. Themen wie Mut, Zusammenhalt und Widerstand stehen im Fokus der Veranstaltungen, die auch Schulklassen und Familien ansprechen.
Das Programm ist unter communale.at/programm zu finden und zeigt, wie lebendig und relevant diese Geschichte für alle Generationen ist. Wer sich für die Geschichte von Freistadt und den Bauernkrieg interessiert, sollte die Gelegenheit nutzen, um mehr über diese spannende Zeit zu erfahren und vielleicht ein Stück Geschichte mit nach Hause zu nehmen.