In der malerischen Stadt Freistadt wird am Samstag, den 6. Juni, ein ganz besonderer Gottesdienst stattfinden. Die Pfarrgemeinde feiert einen „Regenbogengottesdienst“ in der Pfarrkirche, der um 19 Uhr beginnt. Unter der Leitung von Priester und Referent für Regenbogenpastoral, Franz Harant, wird dieser Anlass ein Zeichen der Offenheit und Akzeptanz setzen. Schließlich trägt die Pfarrgemeinde seit einem Jahr das Siegel „a+o akzeptierend und offen“. Ein Schritt, der zeigt, dass queere Menschen nicht nur akzeptiert, sondern auch aktiv in die Gemeinschaft eingebunden werden.
Der Seelsorgeverantwortliche Roland Altreiter hebt hervor, dass queere Menschen Teil der Kirche sind und ihren Glauben in vollem Umfang leben können. Diese Botschaft ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Die Regenbogenpastoral bietet Begleitung für Mitglieder der LGBTIQ-Community, die sich in ihrem kirchlichen Leben oft verloren fühlen. Das Ziel? Ein Raum für Vielfalt, Respekt und Anerkennung, denn Gottes Zuwendung gilt allen Menschen. Und das bildet die Grundlage für eine Pastoral, die Vielfalt als gelebte Wirklichkeit begreift. Mehr dazu hier.
Erweiterte Angebote für die queere Community
In einem breiteren Kontext zur Regenbogenpastoral gibt es seit dem 1. Dezember 2024 in der Erzdiözese München insgesamt 16 Ansprechpersonen für die Queerseelsorge. Diese Personen haben an der Fortbildung „LSBTIQ-Kompetenz für pastorale Mitarbeiter:innen“ teilgenommen, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Dabei geht es nicht nur darum, ein offenes Ohr zu haben, sondern auch darum, seelsorgliche Angebote mit verlässlichen Qualitätsstandards zu schaffen. Es ist von großer Wichtigkeit, dass diese Angebote für queere Menschen leicht erreichbar sind.
Das Engagement dieser Ansprechpersonen zielt darauf ab, pastorale Prozesse in Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen zu initiieren. Sie möchten, dass diese Orte inklusiver und sicherer für queere Menschen werden, was in vielen Fällen – leider – noch nicht der Fall ist. Queerseelsorgerinnen und -seelsorger stehen im Rahmen ihrer regulären Dienstzeiten für verschiedene Aufgaben zur Verfügung. Der Bedarf an Unterstützung und Akzeptanz ist groß, und diese Initiativen könnten einen echten Unterschied machen. Hier gibt es weitere Informationen.
Ein Zeichen der Hoffnung
Die Herausforderung, mit der sich viele LSBTIQ-Menschen konfrontiert sehen, ist oft die Ausgrenzung – nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch innerhalb der Kirche. Viele fühlen sich allein gelassen, selbst Angehörige queerer Menschen haben oft das Gefühl, dass die offizielle Haltung der Kirche sie nicht ernst nimmt. Es gibt jedoch einen wachsenden Wunsch nach mehr Unterstützung und einer offenen Haltung.
Gemeinden und Gruppen werden zunehmend aufgefordert, öffentlich gegen Ausgrenzung Stellung zu beziehen und queere Menschen willkommen zu heißen. Respektvolle Wahrnehmung und Integration im aktiven Gemeindeleben sind dringend nötig. Auch kirchliche Feiern wie Taufen oder Segnungen sollen sensibel für die Bedürfnisse von LSBTIQ und ihren Angehörigen gestaltet werden. Der Galaterbrief 3,28 wird oft zitiert, um die Gleichheit aller Menschen in Christus Jesus zu betonen. Hier sind weitere Gedanken dazu.
