Heute ist der 27.05.2026, und in Freistadt gibt es spannende Neuigkeiten für die älteren Mitbürger. Oberösterreich arbeitet an einem innovativen Konzept, das die Lebensqualität älterer Menschen erheblich verbessern könnte: die Einführung von „Sorgenden Gemeinschaften“. Das Ziel? Ältere Menschen sollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können. Das klingt nach einer großen Herausforderung, aber auch nach einer großartigen Chance!

Gemeinden, Ehrenamtliche und professionelle Dienste sollen enger zusammenarbeiten. Sozial-Landesrat Christian Dörfel hat betont, wie wichtig ein koordiniertes Ehrenamt ist, um die pflegenden Angehörigen bestmöglich zu unterstützen. Die „Sorgenden Gemeinschaften“ sind ein zentraler Bestandteil der OÖ Pflegestrategie 2040, die darauf abzielt, die Altenbetreuung in der Region zu optimieren. Es sollen zahlreiche Gemeinschaftsangebote, wie Stammtische und Mittagstische, sowie niederschwellige Unterstützungsangebote wie Einkaufsdienste und digitale Hilfen geschaffen werden.

Ein Netzwerk für die Zukunft

Die Planungen sehen auch Mobilitätsunterstützung vor – das bedeutet Fahrdienste und Begleitungen für Senioren. Nachbarschaftshilfe und soziale Betreuung sollen nicht zu kurz kommen, genauso wie Bewegungsangebote und Gedächtnistrainings. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung dieser Hilfsangebote durch sogenannte „Kümmerer“, die als koordinierende Ansprechpersonen fungieren. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „WAlter – Wirknetz Alter Freistadt“, das für alle 27 Gemeinden die Nachbarschaftshilfe und das Engagement koordinieren soll.

In Kirchberg-Thening wird unter dem Motto „KUM – Kümmern fürs Miteinander“ ein ähnliches Konzept umgesetzt, das Besuchsdienste und Fahrdienste anbietet. Auch im Gemeindeverbund Hansbergland wird an einer Tagesbetreuung für Senioren in St. Johann am Wimberg gearbeitet. Bis 2026 sollen 30 solcher Initiativen in ländlichen Regionen ins Leben gerufen werden. Die Unterstützung erfolgt durch das Regionalmanagement OÖ und wird vom Sozialressort des Landes finanziert. Eine offizielle Auszeichnung für erfolgreiche „Sorgende Gemeinschaften“ ist ebenfalls in Planung.

Herausforderungen in der Altenpflege

<pDoch nicht alles läuft reibungslos. Der Pensionistenverband OÖ äußert Skepsis gegenüber der Verlagerung von Pflegeaufgaben auf Freiwillige. Das stellt eine wichtige Frage in den Raum: Wie viel Verantwortung kann und soll auf die Schultern von Ehrenamtlichen gelegt werden? Die Herausforderungen in der Altenpflege sind nicht zu unterschätzen, besonders wenn man bedenkt, dass in Oberösterreich aktuell rund 42.000 Menschen über 85 Jahre alt sind. Bis 2040 wird mit einem Anstieg um etwa 29.000 Personen gerechnet.

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Das Land hat daher auch die „Pflegestrategie 2040“ ins Leben gerufen, um die Altenbetreuung zu verbessern. Ein „Baukastensystem“ aus 300 erprobten Versorgungsmodellen soll den regionalen Trägern – wie Sozialhilfeverbänden und Magistraten – zur Verfügung stehen. Geplant sind unter anderem Maßnahmen zur Digitalisierung der Pflegedokumentation und die Einführung von Telemedizin. So sollen moderne Technologien auch im Pflegeheim Einzug halten.

Demenz und soziale Teilhabe

Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Unterstützung von Menschen mit Demenz. Sie sollten trotz ihrer Erkrankung aktiv am Alltag teilnehmen können. Das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle – wertschätzende Kommunikation und ein demenzsensibles Lebensumfeld sind unerlässlich, um Missverständnisse zu vermeiden. Die Österreichische Demenzstrategie empfiehlt kommunale Maßnahmen zur Sensibilisierung und Information, um Stigmatisierung entgegenzuwirken und soziale Isolation zu vermeiden.

Die „Sorgenden Gemeinschaften“ könnten hier einen echten Unterschied machen. Sie fördern nicht nur die Teilhabe an Vereinsaktivitäten, sondern auch alltägliche Besorgungen wie Friseurbesuche oder Einkäufe. So wird nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen verbessert, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl in den Dörfern und Städten gefördert.