In Gmunden, nicht weit von der malerischen Kulisse des Traunsees, hat sich ein Vorfall abgespielt, der die Gemüter bewegt. Vor mehr als zwei Wochen wurde der renommierte deutsche Babykosthersteller Hipp Opfer eines Erpressungsversuchs. Am Samstag, den 1. Mai 2026, wurde ein 39-jähriger Mann in Salzburg festgenommen, der im Verdacht steht, hinter dieser kriminellen Tat zu stecken. Der Festgenommene ist ein gebürtiger Slowake und hat zuvor als Mitarbeiter bei Hipp in Gmunden gearbeitet, bis er wegen der Stilllegung einer Produktlinie seinen Job verlor. Diese Umstände lassen die Ermittler glauben, dass die Erpressung als Racheakt wegen des Jobverlusts zu werten ist.
Die Festnahme fand in St. Gilgen am Wolfgangsee statt, und der Verdächtige wurde in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Untersuchungshaft für ihn beantragt, über die in den nächsten Tagen entschieden werden soll. Die Vorwürfe gegen ihn sind nicht ohne: vorsätzliche Gemeingefährdung und versuchte absichtliche schwere Körperverletzung stehen im Raum.
Manipulierte Babynahrung im Umlauf
Besonders alarmierend ist, dass der Verdächtige beschuldigt wird, mehrere Gläschen Babynahrung mit Rattengift versehen zu haben. Im Fokus steht ein 190-Gramm-Glas „Karotten mit Kartoffeln“, in dem 15 Mikrogramm Rattengift gefunden wurden. Die Art des Rattengifts ist bislang unbekannt, aber die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ingesamt wurden fünf manipulierte Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei entdeckt. Ein weiteres Glas wird noch gesucht.
Die Polizei hat schnell reagiert. Hipp informierte die Behörden umgehend, nachdem der Vorfall bekannt wurde, und richtete einen Krisenstab ein. Die Ermittler haben eine spezielle Gruppe, die „Ermittlungsgruppe Glas“, ins Leben gerufen, um den Fall umfassend zu bearbeiten. Zudem wurde Kontakt zu Kindergärten und Pflegeeinrichtungen aufgenommen, um sicherzustellen, dass möglicherweise betroffene Produkte aus dem Umlauf genommen werden. Auffällige Gläser sind an beschädigten Deckeln oder am fehlenden Plopp-Laut beim Öffnen zu erkennen – ein kleiner, aber wichtiger Hinweis, der potenziell Leben retten könnte.
Die Reaktionen und die Suche nach Antworten
Der Vorfall hat nicht nur die betroffenen Familien in Angst versetzt, sondern auch Fragen zur Sicherheit von Babynahrung aufgeworfen. Hipp hat betont, dass die Produkte in Deutschland und anderen nicht betroffenen europäischen Ländern nicht Teil der Ermittlungen sind. Das Sortiment in Pfaffenhofen an der Ilm bleibt unberührt. Dennoch: Es ist ein schockierendes Beispiel für kriminelle externe Manipulation, die nichts mit der eigentlichen Produktqualität zu tun hat.
Die Ermittler haben die Forderungen des Erpressers noch nicht vollständig entschlüsseln können. Die E-Mail, die an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt wurde, wurde am 16. April bekannt. In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Erpressungsversuche mit vergifteten Lebensmitteln, was die Dringlichkeit der Aufklärung in diesem Fall nur unterstreicht. Die Befragung des Verdächtigen wurde am Sonntag fortgesetzt, und die Öffentlichkeit bleibt gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Wie es scheint, wird dieser Fall noch einige Fragen aufwerfen – und möglicherweise auch neue Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit nach sich ziehen.