In Bad Goisern sind die kleinen Fuchswelpen in den letzten Tagen in aller Munde. Vier verwaiste Fuchsbabies, die von Heinz Unterberger betreut wurden, mussten kürzlich ihre vorübergehende Heimat verlassen. Der Grund? Eine Anzeige wegen Wilddiebstahls und Tierquälerei hat die Bezirkshauptmannschaft Gmunden auf den Plan gerufen. Unterberger erklärte, dass ihm die Jungtiere von dem Revier-Berechtigten übergeben worden seien. Doch die Behörden sahen das offenbar anders und forderten, dass die kleinen Tierchen innerhalb von 24 Stunden abgegeben werden.
„Es tut mir leid um die Füchse“, äußerte sich Unterberger betroffen. Bezirkshauptmann Alois Lanz konnte aufgrund eines laufenden Verfahrens keine weiteren Informationen geben. Unterberger hat jedoch die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen. Die Füchse wurden schließlich an das Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg übergeben. Doris Hofner-Foltin, die Leiterin des Tierparadieses, bestätigte, dass es den Füchsen gut geht und sie bereits Namen erhalten haben: ‚Am, Dam und Des‘.
Ein bewegtes Schicksal der Füchse
Unterberger wurde angezeigt, weil er die Tiere zu einem Pfingstfest in Ebensee mitgenommen hatte. Hofner-Foltin stellte jedoch klar, dass die Tiere nach behördlicher Abnahme übernommen wurden und nicht einfach so abgenommen wurden. Die Füchse bleiben im Tierparadies, da ein Umzug für sie stressig wäre. Ein stressfreies Leben ist für die kleinen Tierchen wohl das Beste, vor allem, wenn man bedenkt, was ihnen bisher widerfahren ist.
Wildtiere haben in Österreich oft nicht das Glück, in Ruhe zu leben. Wie der WWF berichtet, werden Wildtiere häufig abgeschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. Das liegt nicht nur am illegalen Handel, sondern auch an Mensch-Wildtier-Konflikten und einem tief verwurzelten Unverständnis für ökologische Zusammenhänge. Historisch betrachtet wurden einige Tierarten systematisch verfolgt – so etwa der Fischotter, der fast vollständig ausgerottet wurde, weil man glaubte, er würde den Fischbestand gefährden. Ein klarer Fall von Mensch gegen Tier, der heute noch nachwirkt.
Die Problematik wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass es oft eine Einteilung in „nützliche“ und „schädliche“ Tiere gibt. Dadurch kommt es nicht selten zu illegalen Verfolgungen geschützter Arten. Fallen wie Tellereisen und Reusen sind dabei häufige Mittel. Daher ist es umso wichtiger, dass solche Geschichten wie die der Fuchswelpen nicht nur als Einzelfälle betrachtet werden, sondern als Teil eines größeren Problems, das uns alle betrifft.
