In Bad Wörishofen wird es ernst: Nach vielen Jahren der Planungen und Überlegungen hat der Stadtrat nun endlich den Beschluss gefasst, ein Hochwasserschutzprojekt in die Tat umzusetzen. Man kann sagen, es wird höchste Zeit. Das letzte große Hochwasser, das die Stadt heimsuchte, liegt erst zwei Jahre zurück, genau genommen im Juni 2021. Ein Schreckensszenario, das die Bürgerinnen und Bürger sicher nicht vergessen haben – nur zehn Zentimeter fehlten damals, um die Brücken zu überfluten. Diese Erfahrungen haben gezeigt, dass effektiver Hochwasserschutz für die Innenstadt seit 25 Jahren ein ungelöstes Problem darstellt.

Die jüngsten Entwicklungen sind vielversprechend: Der Stadtrat hat den Bau von zwei Dämmen am Stadtrand genehmigt. Bürgermeister Daniel Pflügl ist sich der Herausforderungen bewusst und betont, dass die Dämme keinen absoluten Schutz bieten können. Die Planung orientiert sich an einem hundertjährigen Hochwasser, was bedeutet, dass die Stadt für extreme Wetterereignisse gewappnet sein möchte. Doch es bleibt ein gewisses Restrisiko, besonders wenn man bedenkt, dass das letzte Hochwasser als 200- oder sogar 300-jähriges Ereignis eingestuft wurde. Der Damm bei Kirchdorf hatte während des letzten Hochwassers nicht standgehalten – ein Damm, der mit 72.000 m³ Rückhaltevolumen sonst eine wichtige Rolle gespielt hätte.

Die Planung der Dämme

Die neue Variante, die das Ingenieurbüro Dr. Blasy und Dr. Oeverland ausgearbeitet hat, gilt als die wirtschaftlichste und wird nun umgesetzt. Die Dämme werden mit einer leichten Anböschung gestaltet, damit sie weniger massiv wirken. Außerdem sind sie kleiner dimensioniert als der bereits erwähnte Damm in Kirchdorf. Die geschätzten Kosten für den Bau belaufen sich auf etwa vier Millionen Euro, wobei Fördermittel von bis zu zwei Dritteln der Gesamtsumme in Aussicht stehen. Das Wasserwirtschaftsamt hat zudem Fördermittel in Höhe von 65% der förderfähigen Kosten zugesagt. Es wird erwartet, dass die Kommune eine Million Euro an Zuschüssen erhält.

Doch die Dämme allein sind nicht die einzige Maßnahme. Ausgleichsmaßnahmen sollen vor Ort umgesetzt werden, einschließlich der Renaturierung von Wörthbach und Wiesbächle. Man hat sich entschieden, die Idee der umfassenden Renaturierung, die der alte Stadtrat mit 17:5 Stimmen untersuchen wollte, aufgrund der unpraktischen Flächenanforderungen nicht weiter zu verfolgen. Fünf- bis zehnmal so viel Fläche wäre nötig gewesen, um diese Idee zu realisieren.

Die Bedeutung von Hochwasserschutz

Ein effektiver Hochwasserschutz ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Lebensqualität für die Anwohner. Die letzten Hochwasserereignisse zeigten, dass solche Naturkatastrophen keine Einzelfälle mehr sind. Die Verantwortung der Stadt, ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen, ist enorm. Die Damm-Bauten sollen helfen, aber wie Bürgermeister Pflügl betont, können sie nicht alles abfangen. Die Planung dieser Dämme ist also nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

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Der Großteil der Fließgewässer in Deutschland kann, so das Umweltbundesamt, Hochwasser nicht mehr speichern. Daher ist es wichtig, dass die Stadt Bad Wörishofen nicht nur auf zentrale Maßnahmen setzt, sondern auch dezentrale hochwassermindernde Maßnahmen berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise die Offenhaltung der Auenflächen und die Entwicklung von Gewässern, die frühzeitig über die Ufer treten können. Ein echter Hochwasserschutz könnte durch solche Maßnahmen effektiv unterstützt werden.

Die Gespräche mit den Grundstückseignern sind bereits im Gange, und Bürgermeister Pflügl hat sich bei ihnen für ihr Verständnis bedankt. Es bleibt also spannend, wie sich dieses Projekt weiterentwickeln wird. Die Stadt hat viel vor und der Weg zum Hochwasserschutz wird sicherlich eine Herausforderung – aber vielleicht auch eine Chance, Bad Wörishofen sicherer und lebenswerter zu machen.

Für alle Interessierten gibt es weitere Informationen in der ausführlichen Berichterstattung auf Augsburger Allgemeine und Kurierverlag.

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