In der Ostsee vor der Insel Poel sorgt ein gestrandeter Buckelwal für Aufregung und Besorgnis. Der Wal, der mit einer Länge von 12,35 Metern, einer Breite von 3,20 Metern und einer Höhe von 1,60 Metern beeindruckt, wurde erstmals am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet. Seitdem strandete er mehrfach in der Ostsee und befindet sich nun in der Kirchsee vor Poel. Die private Initiative zur Rettung des Wals läuft bereits seit drei Tagen und wird von Walter Gunz und Karin Walter-Mommert finanziert.

Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass der Wal vorerst nicht transportiert wird. Ein konkreter Zeitplan für die Rettungsaktion wurde nicht veröffentlicht, um zusätzlichen Druck zu vermeiden. Das Team, das an der Rettung arbeitet, bleibt optimistisch, dass sie die beste Lösung für den Wal finden werden. Tägliche Genehmigungen sind notwendig, um Zinksalbe auf die Haut des Tieres aufzutragen, welches unter Hautproblemen leidet.

Rettungsversuch im Detail

Die geplante Rettungsaktion sieht vor, den Wal mit einer Plane und Pontons aus dem flachen Wasser zu bergen und ihn anschließend in die Nordsee zu bringen. Es wird jedoch auch eine alternative Methode in Betracht gezogen, bei der ein Luftkissen verwendet werden könnte, um den Wal anzuheben. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung. Ein Team von Helfern ist in der Nähe des Wals aktiv und eine schwimmende Arbeitsplattform nähert sich dem Tier.

Am Freitag zeigte der Wal phasenweise Aktivität und wälzte sich im Wasser. Dennoch ist die Lage angespannt, da die Untersuchung seines Mauls abgebrochen werden musste. Eine Pumpe wurde in die Nähe des Wals gebracht, um ihn und die Rinne freizuspülen. Die Genehmigungsprozeduren für jeden Schritt verlangsamen den Prozess, was von der Tierärztin als problematisch angesehen wird. Umweltminister Till Backhaus hingegen betont, dass Änderungen schnell geprüft werden, um dem Wal zu helfen.

Herausforderungen und Prognosen

Die Prognosen für die Rettungsaktion sind gemischt. Während Janine Bahr-van Gemmert eine reelle Chance für den Wal sieht, äußert Biologe Fabian Ritter geringe Hoffnung auf Erfolg und betont, dass der Wal erst dann gerettet ist, wenn er im Nordatlantik schwimmt. Greenpeace warnt vor den geringen Überlebenschancen und befürchtet, dass der Wal in der Nordsee ertrinken könnte. Gutachten empfehlen sogar, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, um unnötiges Leiden zu vermeiden.

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Die Kosten für den Rettungsversuch sind unklar, Walter Gunz schätzt jedoch, dass sie nicht in die Hundert-Millionen-Euro-Region steigen werden. Es ist auch erwähnenswert, dass Organisationen wie das Meeresmuseum, Sea Shepherd und Greenpeace nicht in die Aktion eingebunden sind und die fehlende wissenschaftliche Expertise kritisieren.

Um zukünftige Wal-Strandungen besser vorzubereiten, plant Backhaus eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Die Situation des Buckelwals bleibt angespannt, und sein Schicksal steht auf der Kippe. Es bleibt abzuwarten, ob die Rettungsaktion erfolgreich sein wird und ob der Wal bald wieder in der Freiheit schwimmen kann. Weitere Informationen zu der laufenden Rettungsaktion sind unter hier zu finden.