Die HAK/HLW Kirchdorf hat ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Demokratie und europäischem Bewusstsein gelegt. In diesem Sinne fand kürzlich eine Lesung des renommierten Journalisten Fritz Dittlbacher statt, der aus seinem Buch „Kleine Zeiten“ las. Dittlbacher, geboren am 16. März 1963 in Kirchdorf, ist nicht nur für seine journalistische Arbeit bekannt, sondern auch für seine tiefen Einblicke in die Geschichte und die Verantwortung des Erinnerns, die er in seinen Erzählungen vermittelt.
Die HAK/HLW Kirchdorf hat seit 2004 wöchentliche Treffen von Schülern und Lehrkräften etabliert, um aktuelle Themen zu diskutieren und Ideen für einen lebendigen Schulalltag zu entwickeln. Im Jahr 2023 wurde die Schule als „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“ ausgezeichnet. Senior- und Junior-Botschafter der Schule haben die Möglichkeit, das Europäische Parlament in Straßburg zu besuchen und organisieren Veranstaltungen wie die Europatagsfeier, die von Ehrengästen wie Othmar Karas, Hannes Heide und Susanne Scholl besucht wurde.
Dittlbachers Lesung und die Bedeutung der Erinnerung
In seiner Lesung berichtete Fritz Dittlbacher von seiner Kindheit in Kirchdorf, die stark von den Erzählungen seiner Großeltern über Krieg und Aufbau geprägt war. Er betonte die Verantwortung, sich zu erinnern, und warnte vor den Gefahren für die Demokratie, wenn Menschen in ihren eigenen Echokammern leben. Diese Botschaft ist besonders relevant in der heutigen Zeit, in der die Unabhängigkeit der Medien und die politische Bildung für ein starkes europäisches Bewusstsein unerlässlich sind. Rupert Schedlberger, Senior-Botschafter der HAK/HLW, unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit von zeitgeschichtlichem Wissen und politischer Bildung.
Dittlbacher, der von 2010 bis 2018 Chefredakteur des ORF-Fernsehens war, hat in seiner Karriere viele bedeutende Stationen durchlaufen. Er studierte Geschichte und Publizistik an der Universität Wien und promovierte 1992. Seine journalistische Laufbahn begann er als freier Mitarbeiter beim Oberösterreichischen Tagblatt und erweiterte seine Erfahrung als innenpolitischer Ressortleiter bei der Arbeiter-Zeitung. Zudem war er als EU-Korrespondent in Brüssel tätig und hat sich durch Live-Schaltungen und Studioanalysen einen Namen gemacht.
Ein Beitrag zur Demokratiebildung
Die HAK/HLW Kirchdorf sieht sich als wichtigen Ort für die Förderung von Demokratie, da Jugendliche dort über Jahre hinweg prägende Erfahrungen sammeln. Dittlbachers Botschaft, dass eine unabhängige Medienlandschaft für die Demokratie essenziell ist, wird in dieser Schule aktiv umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler sind eingeladen, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen und ihre Meinungen zu äußern. In einer Zeit, in der Informationen oft gefiltert und vereinfacht werden, ist es wichtig, dass junge Menschen lernen, kritisch zu denken und verschiedene Perspektiven zu betrachten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die HAK/HLW Kirchdorf nicht nur eine Bildungseinrichtung ist, sondern auch ein Ort, an dem das Bewusstsein für Demokratie und europäische Werte gefördert wird. Die Lesung von Fritz Dittlbacher ist ein weiterer Schritt in diese Richtung und zeigt, dass Geschichtsbewusstsein und politisches Engagement Hand in Hand gehen müssen.