Gesunde Jause: Schüler lernen nachhaltige Ernährung an der Kreativ-Musikmittelschule Kirchdorf
Die „Gesunde Jause“ an der Kreativ-Musikmittelschule Kirchdorf hat sich im Testlauf als voller Erfolg herausgestellt. Die Schüler waren nicht nur aktiv in die Zubereitung ihrer Snacks involviert, sondern konnten auch gleich lernen, was es bedeutet, sich gesund zu ernähren. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird das Projekt nun zweimal pro Woche angeboten. Ein echter Fortschritt für die Schüler und die gesamte Schulgemeinschaft!
Wraps, fruchtige Shakes, Gemüsesticks mit Dips und belegte Weckerl – die Auswahl klingt einfach köstlich und gesund! Der Fokus liegt auf regionalen und saisonalen Lebensmitteln, was nicht nur den Geschmack, sondern auch die Umwelt schont. So stammen die Milchprodukte von der Familie Reingruber, Obst und Gemüse kommen vom Hofladen Krünzeugs in Inzersdorf, während die Backwaren von der Backstube Hafner in Wanzbach geliefert werden. Und die Putenwurst? Die gibt’s von Familie Zauner aus Nußbach. Kurze Transportwege sind hier das A und O, denn sie unterstützen die heimischen Betriebe und sorgen für frische Zutaten. Was für ein tolles Konzept!
Ein ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Ernährung
Die Schulleiterin Andreas Kaiserreiner hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Projekts für den Bereich Gesundheit hervor. Es geht nicht nur darum, leckere und gesunde Jausen zuzubereiten, sondern auch um Verantwortung, Wissen über Ernährung und die Wertschätzung regionaler Produkte. Lehrerinnen Helga Krimbacher und Eva Weixlbaumer sind hauptverantwortlich für das Projekt und haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Schülern diese Werte näherzubringen.
Ein ganzheitlicher Ansatz, der über das bloße Essen hinausgeht. Ähnlich wie das Konzept des persönlichen Handabdrucks, das darauf abzielt, Rahmenbedingungen für nachhaltiges Verhalten zu verändern. Handabdruck-Aktionen machen nachhaltiges Verhalten leichter, naheliegender und preiswerter! Während der Fußabdruck mehr auf die individuelle Umweltbilanz fokussiert ist, zeigt der Handabdruck, wie die Auswirkungen über das eigene Verhalten hinausgehen können. Der Gedanke, dass Jugendliche sich gemeinsam für Veränderungen in ihrem Umfeld einsetzen, könnte auch in Kirchdorf an Bedeutung gewinnen.
Ernährungsbildung als Schlüssel zur Zukunft
Im Kontext von Ernährung und Bildung ist die Studie der Universität Paderborn, beauftragt vom BMLEH, aus dem Jahr 2019 besonders aufschlussreich. Sie zeigt auf, dass Ernährungsbildung in Kitas und Schulen zwar verankert ist, jedoch oft nicht ausreichend umgesetzt wird. Die Hauptfächer wie Sachunterricht und Biologie beschäftigen sich mit dem Thema, allerdings wird Praxiswissen oft nicht ausreichend vermittelt. Hier könnte das Projekt der Kreativ-Musikmittelschule als leuchtendes Beispiel dienen, um die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen.
Die Studie hat auch ermittelt, dass viele Lehrkräfte und Fachkräfte in Kitas oft nicht ausreichend qualifiziert sind, um Ernährungsbildung kompetent zu vermitteln. Fortbildungsangebote sind häufig unzureichend. Dennoch setzt sich das BMLEH für eine Verbesserung der Ernährungsbildung ein, auch wenn die Bildungshoheit in den Händen der Bundesländer liegt. Ziel ist es, Bund und Länder zu vernetzen, um die Ernährungsbildung zu stärken und effektive Konzepte zu verbreiten.
Für die Schüler der Kreativ-Musikmittelschule Kirchdorf ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Die „Gesunde Jause“ ist nicht nur ein kulinarisches Abenteuer, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu einer bewussteren Ernährung und einem nachhaltigen Lebensstil. Wer weiß, vielleicht inspiriert dieses Projekt auch andere Schulen, ähnliche Wege zu gehen und die nächste Generation für das Thema Ernährung zu sensibilisieren. Das wäre doch was!
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